Welche Versicherungen muss man haben? Diese 5 Versicherungen brauchst du unbedingt

Welche Versicherungen muss man haben?

Haftpflichtversicherung, Unfallversicherung, Hausratsversicherung, Handyversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung. Und viele mehr.  Blickst du da durch? Ehrlich gesagt war ich selbst vor meinem Studium mit den Versicherungsfragen ziemlich überfordert. Von den Anbietern hört ihr eine ganze Menge gute Argumente für die ganzen Versicherungen, das ist ja klar. Aber welche Versicherung muss man wirklich haben?  Und welche sind optional?

Welche Versicherungen muss man haben –  Top 5

1. Krankenversicherung

Die Krankenversicherung gehört in Deutschland zu den Pflichtversicherungen und jeder Mensch in Deutschland muss krankenversichert sein. Dabei gibt es einmal die gesetzliche Krankenversicherung. Für die meisten Leistungen beim Arzt oder im Krankenhaus spielt es keine Rolle, bei welcher Kran­ken­kas­se du bist. Trotzdem kann ein Wechsel der Kran­ken­kas­se sinnvoll sein. Im besten Fall zahlst Du weniger Beitrag, erhältst eine Reihe von freiwilligen Leistungen und einen besseren Service.

Zum 1. Januar 2023 werden übrigens viele Kassen ihren Zusatzbeitrag erhöhen. In diesem Fall hast Du ein Son­der­kün­di­gungs­recht. Aber auch ohne Erhöhung kannst Du nach zwölf Monaten Mitgliedschaft jederzeit wechseln. Es lohnt sich mal über einen Kassenwechsel nachzudenken. Im Internet gibt es viele Vergleichsportale, auf denen du Beiträge und Leistungen miteinander vergleichen kannst.

Private Krankenversicherung

Neben der gesetzlichen, gibt es noch die private Krankenversicherung. In diese dürfen aber nur folgende Personengruppen wechseln: Selbstständigen, Beamtinnen und Beamten sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit einem Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze. Wichtig hierbei zu sagen ist: nicht jeder der KANN, der SOLLTE auch in die private Krankenversicherung wechseln. Denn die Krankenkassenbeiträge steigen gleichzeitig mit dem Alter häufig an.

Deswegen gilt: Bist du sicher die hohen Kosten für eine private Krankenversicherung langfristig zahlen zu können, könnte sie interessant sein. Denn du bekommst nicht nur schneller Termine beim Arzt, sondern werden dir auch bessere Leistungen bezahlt, die die gesetzliche Krankenkasse meistens nicht übernimmt. Behandlungen bei Heilpraktiker oder Homöopathische Mittel zum Beispiel.

Beachte dabei: Eine Rückkehr aus der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist nur in bestimmten Fällen möglich. Das Jahresbruttoeinkommen von Angestellten muss unter der Grenze von 64.350 Euro (Stand 2022) liegen. 2023 wird die Grenze voraussichtlich 66.600 Euro betragen.

2. Haftpflichtversicherung

Welche Versicherungen muss man haben? Definitiv die Haftpflichtversicherung! JEDER sollte mindestens durch eine private Haftpflichtversicherung abgesichert sein. Dann gibt es noch die Haftpflichtversicherung für Autobesitzer.  

Private Haftpflicht

Die private Haftpflichtversicherung ist dabei eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt. Sie schützt dich vor existenzbedrohenden Kosten. Wenn z.B. durch dich jemand zu Schaden kommt, etwa durch Unvorsichtigkeit oder Leichtsinn. Und zwar auch Schäden die über ein kaputtes Handy oder beschädigte Möbel hinausgehen. Kann jemand wegen einen von dir verursachten Unfall nicht mehr arbeiten, musst du diese Person für den Rest ihres Lebens Entschädigen – das kann in die Millionenhöhe gehen.

Deswegen solltest du noch keine Haftpflicht: kümmere dich gleich direkt nach Lesen des Artikels darum! Sie sind auch gar nicht teuer.  Es gibt mittlerweile viele gute Angebote und sie können sogar online abgeschlossen werden. Eventuell bist du auch über den Familientarif deiner Eltern oder mit deinem Partner sogar schon mitversichert – das solltest du unbedingt checken.

Kfz-Haftpflichtversicherung

Auch für Autobesitzer ist eine Haftpflicht ein Muss! Erstens ist es, wie der Name schon sagt Pflicht. Zweitens schützt sie dich und dein Auto vor hohen Kosten, die durch Unfälle entstehen können. Außerdem kannst du ohne diese Versicherung dein Auto gar nicht beim Amt anmelden und darfst ohne gar nicht am Straßenverkehr teilnehmen. Solltest du das doch tun und erwischt werden drohen hohe Bußgelder!

3. Berufsunfähigkeitsversicherung

Kommen wir zu einer Versicherung, die ich wirklich JEDEM nur empfehlen kann, wenn man sich fragt welche Versicherungen muss man haben?  Der Berufsunfähigkeitsversicherung. Zu diesem Thema habe ich schon einige Podcastfolgen gemacht und auch viele Beiträge geschrieben, wie z.B. hier oder hier. Ich kann immer wieder nur betonen, wie wichtig und sinnvoll sie ist. Oft bekomme ich die Frage, ob für diese oder jene Berufsgruppe eine BU überhaupt sinnvoll ist. Und immer kann ich die Frage nur mit einem dicken JA beantworten.

Egal ob du in der Küche, im Büro, im Krankenhaus, auf dem Bau, im Verkauf oder sonst wo angestellt bist: eine BU ist enorm wichtig! Eine BU sichert nämlich das wichtigste Gut überhaupt ab, die man als Angestellter hat: dich und deine Arbeitskraft. Wenn du wegen körperlicher oder psychischer leiden deinen zuletzt ausgeübten Job zu mindestens 50% nicht mehr ausüben kannst, bist du berufsunfähig und der Leistungsfall tritt ein.

Sogar wenn du wegen eines Kräfteverfalls nicht mehr arbeiten gehen kannst: auch das ist mit abgesichert. Das Risiko so schwer zu erkranken, dass man nicht mehr arbeiten kann, ist für uns alle gegeben. Übrigens ist der häufigste Grund Berufsunfähigkeiten die Psyche: 30% aller BU-Fälle sind darauf zurückzuführen.

Die Erwerbsminderungsrente ist keine Alternative zur BU

Anders als bei der Erwerbsminderungsrente, kann der BU-Versicherer von dir nicht verlangen einen anderen Job, der für dich trotz Krankheit machbar wäre, auszuüben. Zudem werden 40% der Erwerbsminderungsanträge abgelehnt, da hier Voraussetzungen für einen Leistungsfall sehr hoch sind. Du bist aus gesundheitlichen Gründen pro Tag weniger als 3 Stunden einsatzfähig. Ist dir zumutbar bis zu 6 Stunden am Tag zu arbeiten, hast du sogar nur ein Recht auf eine halbe Erwerbsminderungsrente.

Und die Höhe der Erwerbsminderungsrente ist davon abhängig wie viel Jahre du schon in die Rentenkasse einzahlst. Und du kannst dich darauf verlassen, dass dies sehr viel weniger sein wird als dein letztes Gehalt. Deswegen: verlasse dich nicht auf den Staat und schütze dir vor finanziellen Nöten, auf die kannst du nämlich gut und gerne verzichten. Vor allem dann wenn es dir gesundheitlich nicht so gut geht.

Noch keine BU abgeschlossen? Komm zu uns in die Beratung!

Solltest du also noch keine BU abgeschlossen haben, kannst du dich dazu bei uns kostenlos beraten lassen. Wir können nach dem ersten Beratungsgespräch gemeinsam festlegen, welche Rentenhöhe für dich sinnvoll ist und ob bestimmte Bausteine oder ähnliches dazu genommen werden sollten. Wir helfen dir aber auch bei der Beantwortung der Gesundheitsfragen, damit du alles ordentlich und korrekt angibst. Und im Leistungsfall tatsächlich auch davon profitierst. Die Beratung findet bei uns digital statt und auch den Termin kannst du digital bei uns ausmachen.

4. Private Rentenversicherung

Unsere Gesellschaft wird immer älter wird und die gesetzliche Rente deswegen nicht mehr für alle zukünftigen Rentner ausreichen. Denn wenn es immer mehr Renter gibt, müssen auch immer mehr Renten finanziert werden. Wenn gleichzeitig aber immer weniger Betragszahler in die Rentenkasse einzahlen, fällt die Rechnung ernüchternd aus. Dieses Risiko nennen Versicherer das Langlebigkeitsrisiko. Weswegen das Renteneintrittsalter bereits auf 67 erhöht wurde und sicherlich auch in Zukunft nochmal angehoben wird. Auch die Rentenbeiträge könnte der Staat kürzen. Für viele reicht die Rente heute schon nicht aus und die Altersarmut ist bereits jetzt schon ein Problem der Gesellschaft.

Deswegen sollte jeder von uns früh genug Anfangen privat vorzusorgen. Wenn du dir also die Frage stellst: „Welche Versicherungen muss man haben?“, dann kann ich dir auf jeden Fall eine private Rentenversicherung and Herz legen. Um genauer zu sein, finde ich eine ETF-Rentenversicherung das beste Produkt, mit denen man fürs Alter vorsorgen kann. Ein ETF-Sparplan fürs Alter ist sicherlich schon mal ein guter Anfang, aber das dort angesparte Kapital wird sehr wahrscheinlich auch nicht ausreichen. Einfach weil unsere Lebenserwartung so hoch ist.

Eine ETF-Rentenversicherung dagegen zahlt die lebenslang eine Rente – egal ob dein eingezahltes Kapital früher oder später aufgebraucht ist. Diese Art von privater Rente bietet auch noch mehr Vorteile. Wie z.B. die freie Auswahl an ETFs, dass du mit niedrigen Summen starten kannst und auch von Steuervorteile in der Rente profitierst.

Nachteile dagegen sind gering: Leicht höhere Kosten als ein ETF-Sparplan, die meiner Meinung nach aber durch die sichere lebenslange Rente nicht groß ins Gewicht fallen. Und eine geringere Flexibilität bei Ein- & Auszahlung.

Pflegerisiko – ein oft unterschätzes Risiko!

Zwar hier ein Random Thema, aber im Zuge des Langlebigkeitsrisikos möchte ich noch auf das Pflegerisiko ganz kurz eingehen. Es geht um das Risiko, im Alter pflegebedürftig zu werden. Und die finanzielle Absicherung, pflegebedürftig zu werden wird weder durch die gesetzliche Rentenversicherung noch durch die Krankenkassen übernommen. Egal ob ambulante Pflege oder ein Altenpflegeeinrichtungen: beides ist sehr teuer.

Und die Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung reichen oft nicht aus, um eine angemessene Pflege zu bekommen, wenn man sie dann braucht. Diese Lücke kann man mit einer Pflegezusatzversicherung schließen. Allerdings ist diese sehr teuer und du solltest dir gut überlegen, ob du dir diese Absicherung leisten kannst und das auf längere Sicht. Denn im schlimmsten Fall hast du nur Geld verloren und keinen Nutzen, wenn du diese Versicherung nur für eine kurze Zeit bezahlen kannst.

5. Für Immobilienbesitzer: Wohngebäudeversicherung

Hast du ein Eigenheim oder besitzt Immobilen als Kapitalanlage? Dann ist eine Wohngebäudeversicherung für dich wichtig. Sie zahlt bei Schäden, die Sturm, Hagel, Feuer oder Hochwasser am Haus. Unwetter treten auch hierzulange immer wieder auf und es ist schnell passiert: Durch den Sturm hat das Dach einige Ziegel verloren oder Fenster gehen kaputt. Manchmal gibt es so einen Starkregen, dass ganze Dörfer unter Wasser stehen. Man denke da nur an das Hochwasser in NRW und im Ahrtal von 2021.

Diese Gebäudeschäden treten tatsächlich häufiger auf, als man denkt. 2021 wurden fast 11 Milliarden Euro für solche Schäden von Versicherungen gezahlt. Frag dich deswegen immer, ob du so viel Geld beiseite liegen hast mit dem du solche Schäden am Gebäude bezahlen könntest?  Denk daran, wie hoch diese Schäden ausfallen! Und wenn du die Kosten dieser Schäden nicht mal eben so beiseite liegen hast, solltest du wirklich darüber nachdenken eine Gebäudeversicherung abzuschließen.

Optionale Versicherungen

Auslandskrankenversicherung

Solltest du Urlaub außerhalb von Europa machen, egal wie kurz oder lang und wie selten oder häufig: Eine Auslandskrankenversicherung ist wichtig, da sie Behandlungen im nicht-europäischen Ausland zahlt. Die gesetzliche Krankenkasse zahlt in der Regel nur Behandlungen von in Deutschland ansässigen Ärzten, die Kassenleistungen anbieten. Außerdem haben Versicherte bei vorübergehendem Aufenthalt in EU-Staaten Anspruch auf medizinisch notwendige Leistungen. Machst du eine Fernreise hast du von der gesetzlichen Krankenkasse allerdings keinen weiteren Schutz. In diesem Fall lohnt sich eben dann eine Auslandskrankenversicherung. Auch notwendige Rücktransporte nach Hause sind im Leistungsumfang dabei. Diese ist nicht teuer und wird meistens für 1 Jahr abgeschlossen. Manchmal ist sie aber auch bei Kreditkartenverträgen dabei, es lohnt sich mal nachzuschauen

Hausratsversicherungen

Die Hausrateversicherung bietet Schutz bei Einbruch, bei Brand oder bei Wasserschäden. Anders als bei der Gebäudeversicherung sicher sie alles Hab und Gut ab was sich IN deiner Wohnung oder Haus befindet. Bedenke: Sie ist immer dann sinnvoll, wenn du den Verlust deiner Sachen nicht selbst ausgleichen kannst. Oder wenn du besonders wertvolle Möbel hast.

Fazit

Viele beschäftigt die Frage, welche Versicherungen muss man haben? Meiner Meinung nach sind die Top 5 Versicherungen die du unbedingt brauchst neben der Krankenkasse, noch die private Haftpflicht, die Berufsunfähigkeitsversicherung und die private Rentenversicherung.

Alles darüber hinaus sind Versicherungen, über die man mal optimal nachdenken könnte. Bedanke aber, dass es teuer werden kann, wenn man überversichert ist und viele dieser Versicherungen durch einen Notgroschen unnötig sind.

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