Stagflation = Inflation + Stagnation

Stagflation

Von der Inflation hast du bestimmt schon gehört, aber sagt dir auch der Begriff Stagflation etwas? Vielen ist das wirtschaftliche Phänomen eher unbekannt. Nun ist das Szenario der Stagflation leider gar nicht mehr so weit entfernt dank hoher Inflation, Krieg und Lieferengpässe. Aber was bedeutet Stagflation eigentlich und was können wir dagegen tun? Gegen eine Stagflation kannst du dich wehren. Wie genau du das tun kannst und wie Stagflation funktioniert erfährst in diesem Blogartikel.

Der Begriff Stagflation setzt sich aus den beiden Begriffen Inflation und Stagnation zusammen. Wer vielleicht schon weiß, was hinter diesen beiden Begriffen steckt, der versteht auch die Bedeutung von Stagflation. Stagflation beschreibt die Mischung aus einem abnehmendem Wirtschaftswachstum (Stagnation) und steigenden Preisen, also einer Inflation. Das besondere an diesem wirtschaftlichen Phänomen ist das gleichzeitig vorherrschende sinkende Wirtschaftswachstum in Kombination mit einer hohen Inflation

Was bedeutet Inflation nochmal?

Inflation bedeutet, dass eine erhöhte Menge an Geld im Umlauf ist, wodurch die Preise steigen und die Kaufkraft des Geldes sinkt. Das Geld, was du hast, verliert also an Wert. Was du dir mit 5€ leisten kannst, wird immer weniger, weil die Preise steigen. Eine Inflation macht sich besonders durch die steigenden Preise von Dienstleistungen und Konsumgütern bemerkbar.

Normalerweise ist die Inflation ein schleichender, unbemerkbarer Vorgang – wir als Verbraucher spüren es kaum, weil die Preisanstiege im Rahmen sind und zu einem gesunden Wirtschaftswachstum gehören. Seit zwei Jahren sieht es aber leider anders aus: die hohe Inflation spürt mittlerweile jeder von uns, insbesondere beim Einkauf von Lebensmitteln. Unbemerkbar ist die Inflation schon seit Monaten nicht mehr und sie steigt auch noch immer weiter an. Die normale Inflationsrate von bis zu 2% liegt in weiter Ferne.

Was steckt hinter Stagnation?

Stagnation bedeutet, dass sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt oder sinkt. Eine Stagnation findet sich häufig in der Abschwungphase innerhalb des Konjunkturzykluses. Ein Konjunkturzyklus ist wellenartig: Auf einen wirtschaftlichen Aufschwung folgt ein Abschwung, worauf wieder ein Aufschwung folgt und so weiter.

Was eine Stagnation kennzeichnet

Im Grunde genommen spricht man von einer Stagflation, wenn folgende drei Faktoren vorliegen: ein abnehmendes Wirtschaftswachstum, steigende Preise (Inflation) und im Umkehrschluss auch eine zunehmende Arbeitslosigkeit. 

Soweit so gut, doch wie stehen diese drei Faktoren zueinander? Damit du den gesamtwirtschaftlichen Prozess hinter der Stagflation verstehst, schauen wir uns die Zusammenhänge genauer an:

Das Wirtschaftswachstum steigt nicht im selben Verhältnis zu den Preisen. Die Preise steigen an, weil mehr Geld im Umlauf ist und dadurch die Kaufkraft des Geldes sinkt. Für Unternehmen bedeutet das höhere Kosten, eine sinkende Nachfrage und mögliche Lieferengpässe. Deshalb sind Unternehmen im zweiten Schritt, also nachgelagert, dazu gezwungen Stellen abzubauen. Das führt wiederum dazu, dass eine höhere Arbeitslosigkeit herrscht als sonst (wenn sie nicht durch Kurzarbeit vom Staat getragen wird…). Für den Verbraucher heißt das sinkender Konsum und weniger Ausgaben – was sich wiederum negativ auf das Wirtschaftswachstum auswirkt.

Ein bekanntes Beispiel: Stagflation im Westen Anfang der 70er Jahre

Viele von uns werden das gar nicht miterlebt haben oder sich nicht mehr daran erinnern, doch die letzte Stagflation ereignete sich im Westen Anfang der 70er Jahre. Aufgrund von politischen Spannungen verknappte die OPEC Ölforderungen und trieb den Ölpreis dadurch massiv in die Höhe. Gleichzeitig stieg die Inflationsrate enorm an. Dadurch entstanden bei Unternehmen höhere Produktionskosten, die an die Verbraucher weitergegeben wurden – das trieb die Inflation nur noch weiter an. Um die hohen Kosten zu senken mussten Unternehmen Mitarbeiter entlassen, was die Arbeitslosenquote wiederum in die Höhe trieb. Ein großer Unterschied zur jetzigen Situation: Damals wurden die Zinsen wegen der Inflation angehoben

Warum wir mitten einer Stagflation sind

Befinden wir uns derzeit in einer Stagflation? Für die Beantwortung dieser Frage spielen mehrere Ereignisse oder Faktoren eine Rolle. Gehen wir auf die Faktoren ein, die für eine Stagflation sprechen:

1 I Der Krieg in der Ukraine

Kriege haben große Auswirkungen auf die Wirtschaft, deshalb wundert es nicht, dass der Ukraine Krieg die Stagflation beeinflusst. Russland und Ukraine sind beide sehr rohstoffreiche Länder, was sie zu wichtigen Rohstofflieferanten macht. Besonders Erdöl ist eine wichtige Ressource, nicht nur für den Sprit, sondern auch für die Produktion von anderen Gütern. Dieser Engpass an wichtigen Rohstoffen wirkt sich auf die Preise aus, was sich negativ auf die schon vorher hohe Inflationsrate auswirkt

2 I Die Corona Krise

Die Corona Pandemie hatte viele Auswirkungen auf unsere Wirtschaft. Die vielen finanziellen Hilfsmaßnahmen und Lockdowns führten dazu, dass zunehmend mehr Geld im Umlauf ist. Besonders 2021 haben sich die ganzen Maßnahmen spürbar auf die Wirtschaft ausgewirkt: Die Inflation war so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr und braucht noch viel Zeit, bis sie sich wieder einpendelt.

3 I Die Zurückhaltung der Notenbanken und EZB

Im Zuge einer hohen Inflation reagieren die Notenbanken bzw. die EZB mit einer Erhöhung des Leitzinses, um die Inflation wieder auf einen normalen Wert zu senken. Doch die EZB gab schon Anfang des Jahres bekannt, dass sie diese Strategie nicht fahren werden und davon ausgehen, dass sich die Inflation auf natürliche Weise einpendelt. Warum halten sie sich zurück? Nach ihren Angaben könnten sich Unternehmen aufgrund von Lieferengpässen und den hohen Kosten erhöhte Zinsen nicht leisten. Außerdem würde ein höherer Leitzins ein Verkaufsanstieg am Aktienmarkt bedeuten. Die Notenbanken halten noch an dieser Strategie fest, die Frage ist aber, wie lange.

Wie du dich persönlich gegen die Stagflation wehren kannst

Die derzeitige wirtschaftliche Situation sollte ein Anlass dazu sein, dringend deine Finanzen zu überdenken. Die EZB trifft nicht die Maßnahmen, die dein Geld vor der Inflation bewahren. Das bedeutet für dich, dass du selber handeln musst. Diese Megainflation, die diesen März bei 7,3% lag, entwertet dein Erspartes schneller als je zuvor. Wie kannst du dein Geld richtig schützen?

1. Dein Geld richtig schützen, indem du in ETFs investierst

Mach aus deinem Ersparten eine Investition und leg dein Geld richtig an. Eröffne dafür am besten ein Depot, richte dir deinen Sparplan ein und erteile einen Dauerauftrag. So automatisierst du dein Depot und kannst es ohne ständig reinzuschauen einfach laufen lassen. Bevor du loslegst, solltest du aber erstmal deine Einnahmen, Ausgaben und dein Risikoprofil kennen, sowie deine persönlichen Präferenzen.

In Zeiten der Stagflation weisen Aktien starke Schwankungen auf. Als Anfänger eignen sie sich daher eher weniger. ETFs dagegen sind breit gestreut und decken verschiedene Branchen und Länder gleichzeitig ab. Auch hier sind die Kurse schwankend, pendeln sich aber langfristig ein und verlangen kein tiefes Fach- oder Börsenwissen. Aber ausschließlich in ETFs solltest du in solchen Zeiten nicht einfach investieren

2. Richtig diversifizieren mit Asset Allocation

Breit gestreut ist nie bereut: eine gute Diversifikation setzt du am besten mit Hilfe von Asset Allocation bzw. Vermögensverteilung um. Damit streust du nämlich das Risiko auf die verschiedene Anlageklassen: Aktien, Anleihen, Immobilien und Rohstoffe. Rohstoffe wie Gold solltest du hier nicht außer acht lassen, denn diese zeigen sich als besonders stabil in Stagflations-Phasen und bieten daher einen besonders guten Schutz. Du kannst in physisches Gold oder in Gold ETCs investieren.

Die Zinsniveaus werden wahrscheinlich ansteigen, weshalb es sich jetzt für den ein oder anderen noch lohnen kann eine Immobilie mit einer festen Verzinsung zu finanzieren. Wer das nicht möchte, aber dennoch den Immobilienmarkt in seinem Portfolio abdecken möchte, kann beispielsweise in REITs investieren.

Zusammenfassend

Es wird Zeit, sich um seine Finanzen zu kümmern und sich vor der Stagflation zu schützen. Denn es sieht nicht so aus, als ob diese Phase bald zu Ende gehen wird. Das gute ist, du kannst etwas tun und dein Geld richtig schützen – indem du es anlegst. Das mag komisch klingen, da auch die Aktienmärkte Schwankungen ausgesetzt sind, aber langfristig wird es sich auszahlen.

Vielleicht zögerst du, weil dir das nötige Finanzwissen fehlt, um auch wirklich in die Umsetzung zu gehen. Mit unserem ETF-Druchstarter Onlinekurs lernst du selbstbewusst & fundiert zu investieren, um deine finanziellen Ziele richtig anzugehen und schlussendlich zu erreichen. Trage dich jetzt schon unverbindlich auf die Warteliste ein und erfahre als erster vom nächsten Start (voraussichtlich September) und sichere dir exklusive Bonusmaterialien – im Herbst geht es wieder los!

Fazit

Es wird Zeit, sich um seine Finanzen zu kümmern und sich vor der Stagflation zu schützen. Denn es sieht nicht so aus, als ob diese Phase bald zu Ende gehen wird. Das gute ist, du kannst etwas tun und dein Geld richtig schützen – indem du es anlegst. Das mag komisch klingen, da auch die Aktienmärkte Schwankungen ausgesetzt sind, aber langfristig wird es sich auszahlen.

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