Neu ab 1. Januar 2027

Altersvorsorgedepot: der Riester-Nachfolger

Bis zu 540 Euro Zulage im Jahr, 300 Euro je Kind, und endlich ETFs statt teurer Garantien. Hier erfährst du, wie viel Förderung dir zusteht, welche der drei Varianten zu dir passt und was aus deinem Riester-Vertrag wird.

  • Unabhängige Maklerinnen, an keine Gesellschaft gebunden
  • Spezialisiert auf die Vorsorge von Frauen
  • Komplett online, ohne Verkaufsdruck
Die Zulagenstaffel im Jahr
50 Ct
25 Ct
0 Ct
0 €360 €1.800 €6.840 €

Geförderter Eigenbeitrag 1.800 Euro im Jahr = bis zu 540 Euro Grundzulage.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der neue Altersvorsorgevertrag startet am 1. Januar 2027 und löst die Riester-Rente ab. Der Bundesrat hat am 8. Mai 2026 zugestimmt, verkündet wurde das Gesetz am 29. Mai 2026.
  • Es gibt ihn in drei Varianten: als freies Altersvorsorgedepot, als Standarddepot und als ETF-Rentenversicherung. In allen drei kannst du in ETFs investieren, Garantien sind eine Option und keine Pflicht.
  • Der Staat legt bis zu 540 Euro Grundzulage im Jahr drauf, dazu 300 Euro je Kind und einmalig 200 Euro für alle, die vor ihrem 25. Geburtstag starten.
  • Die volle Grundzulage bekommst du ab 150 Euro Eigenbeitrag im Monat. Alles darüber ist nicht mehr zulagengefördert.
  • Neu: Auch Selbstständige und Freiberuflerinnen sind erstmals unmittelbar förderberechtigt.
  • Riester und neue Förderung gibt es nicht parallel. Du entscheidest dich für ein System.
  • Bestehende Riester-Verträge haben Bestandsschutz. Kündige nichts, bevor dein Vertrag geprüft ist.

Hava erklärt es dir in 6 Minuten

Wenn du lieber zuhörst als liest: Hier erklärt Hava, für wen sich das Altersvorsorgedepot lohnt, welche Variante zu welchem Typ passt und wo die Fallstricke liegen.

Video folgt in Kürze

Hier erscheint das Erklärvideo, eingebettet erst nach deiner Zustimmung.

Was ist das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich gefördertes Depot für deine private Altersvorsorge. Der entscheidende Unterschied zu Riester: Ab 2027 fördert der Staat erstmals auch Vorsorge ohne Beitragsgarantie. Dein Geld muss also nicht mehr überwiegend in niedrig verzinste Sicherheitsanlagen fließen, sondern darf langfristig am Kapitalmarkt arbeiten.

Auch die Förderung selbst wird einfacher. Bei Riester hing die volle Zulage an einem einkommensabhängigen Mindesteigenbeitrag, den kaum jemand korrekt ausgerechnet hat. Ab 2027 zählt nur noch, wie viel du selbst einzahlst.

Ein Punkt, der oft untergeht: Das Altersvorsorgedepot ist kein normales Depot. Du kannst keine bestehenden ETF-Anteile aus deinem privaten Depot einbringen, und du kannst nicht jedes beliebige Wertpapier kaufen. Gefördert werden nur Beiträge, die du direkt auf den Altersvorsorgevertrag einzahlst.

Drei Varianten, eine Förderung

Wenn in den Medien vom Altersvorsorgedepot die Rede ist, ist meistens nur eine von drei Varianten gemeint. Alle drei bekommen dieselbe staatliche Zulage. Sie unterscheiden sich darin, wer die Anlage steuert, wie viel Sicherheit eingebaut ist und ob am Ende eine lebenslange Rente steht.

Freies Altersvorsorgedepot

Für Selbstanlegerinnen.

Du wählst deine ETFs und Fonds selbst aus der gesetzlichen Positivliste. Bis zu 100 Prozent Aktienquote sind möglich. Keine Garantie, keine Garantiekosten, dafür trägst du das Kursrisiko vollständig selbst. Anbieter sind vor allem Banken, Neobroker und Fondsgesellschaften.

Passt zu dir, wenn: du mindestens 15 Jahre Zeit hast, Schwankungen aushältst und dich selbst kümmern willst.

Standarddepot

Für alle, die keine Fondsauswahl treffen wollen.

Zwei voreingestellte Fonds, einer chancenorientiert, einer sicherheitsorientiert. Je näher der Ruhestand rückt, desto mehr wird automatisch umgeschichtet. Die Effektivkosten sind gesetzlich auf maximal 1,0 Prozent im Jahr gedeckelt.

Passt zu dir, wenn: du einen einfachen, kostenkontrollierten Einstieg willst und keine Lust auf Fondsauswahl hast.

ETF-Rentenversicherung im geförderten Rahmen

Für alle, die eine lebenslange Zahlung wollen.

Dieselbe Förderung, nur im Versicherungsmantel. Auch hier kannst du zu 100 Prozent in ETFs investieren. Du kannst dir aber zusätzlich Sicherheit dazukaufen, bis hin zu 80 oder 100 Prozent Beitragsgarantie zu Rentenbeginn. Der große Unterschied zum Depot: ein garantierter Rentenfaktor ist möglich, die Zahlung läuft dann bis zum letzten Lebenstag.

Passt zu dir, wenn: du eine Rente willst, die sicher bis zum Schluss läuft, dich nicht selbst kümmern möchtest oder Sicherheit in den Vertrag einbauen willst.

Selbstanleger-Depot oder Versicherungslösung?

Das ist die Frage, an der sich beim Altersvorsorgevertrag wirklich etwas entscheidet, und fast alle Ratgeberseiten überspringen sie. Kein Zufall: Die meisten dieser Seiten gehören Brokern und Vergleichsportalen, die nur eine der beiden Varianten verkaufen. Wir schauen uns beide an.

MerkmalDepot als SelbstanlegerinETF-Rentenversicherung
Wer steuert die Anlagedu selbstdu wählst die Strategie, der Versicherer führt sie
Aktienquotebis 100 Prozent möglichbis 100 Prozent möglich, wenn du auf Garantie verzichtest
Garantiekeinefrei wählbar, von keiner Garantie bis zu 80 oder 100 Prozent
Lebenslange Rentemöglich, aber nicht garantiertgarantierter Rentenfaktor möglich
Auszahlungsplan bis 85jaja, plus lebenslange Option
Kostenbeim Standarddepot auf 1 Prozent gedeckelt, sonst freikein gesetzlicher Deckel außerhalb des Standardprodukts, Effektivkosten vergleichen
Aufwand für dichlaufend, du entscheidesteinmalig beim Abschluss
Umschichten kurz vor Rentemachst du selbst, beim Standarddepot automatischübernimmt der Versicherer
Hinterbliebenenschutzüber Vertragsregelungüber Zusatzbausteine möglich

Vorteile der Depotvariante

  • Volle Kontrolle über die Fondsauswahl
  • In der Regel schlankere und leichter vergleichbare Kostenstruktur
  • Beim Standarddepot greift der gesetzliche Kostendeckel von 1 Prozent
  • Keine Kosten für Garantien, die du vielleicht gar nicht brauchst

Nachteile der Depotvariante

  • Keine Zusage, dass dein eingezahltes Kapital zu Rentenbeginn noch vollständig da ist
  • Keine garantierte lebenslange Zahlung. Ein Auszahlungsplan bis mindestens 85 genügt dem Gesetz
  • Du musst dich selbst um Anlage und Umschichtung kümmern
  • Der Kostendeckel gilt nur für das Standarddepot, nicht für jedes freie Altersvorsorgedepot

Vorteile der ETF-Rentenversicherung

  • Ein garantierter Rentenfaktor ist möglich, die Zahlung läuft dann bis zum letzten Lebenstag
  • Du kannst trotzdem voll in ETFs investieren, Garantie ist eine Option und keine Pflicht
  • Wenn du Sicherheit willst, kannst du sie gezielt dazunehmen, bis zu 80 oder 100 Prozent Beitragsgarantie
  • Ablaufmanagement und Umschichtung übernimmt der Anbieter
  • Hinterbliebenenbausteine lassen sich mitversichern

Nachteile der ETF-Rentenversicherung

  • Jede Garantie, die du wählst, kostet Rendite, weil ein Teil des Geldes risikoarm angelegt werden muss
  • Kein gesetzlicher Kostendeckel außerhalb des Standardprodukts. Die Versicherungslösungen dürften im Schnitt etwas teurer werden als reine Depots
  • Die Produkte sind komplexer und schwerer zu vergleichen

Häufig verwechselt: Garantie und Risikoreduzierung

Viele denken, ein Depot sei auch abgesichert, wenn man einfach schwankungsärmer anlegt. Das stimmt nicht, und der Unterschied ist wichtig.

Eine Beitragsgarantie ist eine vertragliche Zusage: Ein Anbieter verpflichtet sich, dass zu Rentenbeginn mindestens 80 oder 100 Prozent deiner Beiträge da sind, und muss die Differenz notfalls aus eigenem Geld auffüllen. Diese Zusage kann nur geben, wer sie mit Eigenkapital unterlegt. Eine Depotbank tut das nicht, sie verwahrt dein Geld, haftet aber nicht für seinen Wert.

Was ein Depot kann, ist Risiko reduzieren. Beim Standarddepot ist das sogar vorgeschrieben: Spätestens fünf Jahre vor Rentenbeginn dürfen höchstens 50 Prozent in Aktien stecken, zwei Jahre vorher nur noch 30 Prozent, und in der Auszahlphase bleibt es bei maximal 30 Prozent. Das senkt die Schwankung, garantiert aber nichts. Auch als sicher geltende Anlagen können verlieren, wie 2022 bei langlaufenden Anleihen zu sehen war.

Kurz gesagt: Es gibt zwei Dinge, die ein Depot strukturell nicht kann, egal wie vorsichtig es angelegt ist. Eine verbindliche Kapitalzusage und eine Zahlung, die auch dann weiterläuft, wenn das Kapital rechnerisch aufgebraucht ist. Beides gibt es nur über einen Versicherer.

Unsere Einordnung

Räumen wir zuerst ein Missverständnis aus dem Weg: Die Versicherungslösung ist nicht automatisch die Garantievariante. Auch in einer ETF-Rentenversicherung kannst du zu hundert Prozent in ETFs investieren. Die Garantie ist ein Baustein, den du dazunehmen kannst, aber nicht musst.

Der echte Unterschied liegt woanders. Beim Depot endet die Zusage mit deinem Kapital. Bei der Rentenversicherung kannst du dir einen Rentenfaktor garantieren lassen, also eine Zahlung, die weiterläuft, auch wenn das Kapital rechnerisch aufgebraucht wäre. Die Frage ist also nicht Rendite gegen Sicherheit, sondern: Willst du am Ende ein Vermögen oder ein Einkommen?

Und noch ein Satz zu den Kosten, weil er gern untergeht: Die Zulage wirkt einmal im Jahr auf deinen Beitrag. Die Kosten wirken jedes Jahr auf dein gesamtes angespartes Vermögen. Ein gefördertes Produkt ist deshalb nicht automatisch ein gutes Produkt. Genau deshalb vergleichen wir die Effektivkosten und nicht die beworbene Depotgebühr.

So viel Förderung bekommst du

Die Förderung besteht aus drei Bausteinen. Alle drei laufen automatisch in deinen Vertrag, du brauchst dafür keine Steuererklärung.

50 Cent pro Euro

Grundzulage auf deine ersten 360 Euro im Jahr. Für die ersten 30 Euro im Monat legt der Staat die Hälfte drauf.

25 Cent pro Euro

Grundzulage auf jeden weiteren Euro bis 1.800 Euro im Jahr. In Summe bis zu 540 Euro.

300 Euro je Kind

Kinderzulage pro Kind und Jahr, solange Anspruch auf Kindergeld besteht. Bei zwei Kindern also 600 Euro, bei drei Kindern 900 Euro.

200 Euro einmalig

Für alle, die ihren Vertrag vor dem 25. Geburtstag abschließen.

Damit überhaupt gefördert wird, musst du mindestens 120 Euro im Jahr einzahlen, also 10 Euro im Monat. Für die volle Kinderzulage brauchst du mindestens 25 Euro im Monat. Nach oben kannst du bis zu 6.840 Euro im Jahr einzahlen, Zulage gibt es aber nur auf die ersten 1.800 Euro.

Der wichtigste Satz für die meisten: Bei 150 Euro im Monat ist die Grundzulage ausgereizt. Wer mehr einzahlt, bekommt dafür keine zusätzliche Zulage. Ob der Rest deines Sparbetrags trotzdem in den Vertrag gehört oder besser woanders hin, ist genau die Frage, die wir in der Beratung klären.

Wie viel Förderung steht dir zu?

Vier Angaben genügen. Ohne Anmeldung, ohne persönliche Daten, es wird nichts gespeichert.

150 €
▲ Fördergrenze 150 €
10 €570 €

Deine Förderung im ersten Jahr

540 €

Förderquote: 23,1 %

Deine Einzahlung im Jahr
1.800 €
Grundzulage
540 €
Kinderzulage
0 €
Berufseinsteigerinnen-Bonus
0 €
Im Vertrag nach einem Jahr
2.340 €

Dein Optimum

Deine volle Förderung von 540 € im Jahr bekommst du bereits ab 150 € pro Monat. Das ist die beste Kombination aus Einzahlung und Förderung: Förderquote 23,1 %. Jeder Euro darüber bringt keine zusätzliche Zulage mehr.

10 €570 €

Die Kurve zeigt deine jährliche Förderung je Sparbetrag. Gelbe Linie: dein Optimum. Gestrichelt: dein aktuell gewählter Sparbetrag.

Du bist genau im Optimum.

  • Genau richtig getroffen: Bei 150 Euro im Monat ist die Grundzulage voll ausgeschöpft.

Berechnet werden ausschließlich die gesetzlichen Zulagen des ersten Jahres nach dem Altersvorsorgereformgesetz, Stand September 2026. Ein möglicher zusätzlicher Steuervorteil über den Sonderausgabenabzug ist nicht enthalten, ebenso wenig eine Wertentwicklung. Diese Seite ersetzt keine Beratung und keine Steuerberatung. Die Anbieter entwickeln ihre Produkte derzeit noch, einzelne Konditionen können sich bis zum Start am 1. Januar 2027 ändern.

Was beim Altersvorsorgedepot für Frauen anders läuft

Die Förderregeln sind für alle gleich. Die Lebensläufe nicht. Teilzeit, Elternzeit und Minijobs treffen Frauen deutlich häufiger, und genau daran entscheidet sich, wie viel Zulage tatsächlich bei dir ankommt. Diese vier Punkte werden in den meisten Ratgebern übergangen.

Teilzeit ist im neuen System ein Vorteil

Bei Riester musste man einen einkommensabhängigen Mindesteigenbeitrag leisten, sonst wurde die Zulage anteilig gekürzt. Genau das hat Teilzeitkräfte regelmäßig Geld gekostet. Ab 2027 hängt die Zulage nur noch an deinem eigenen Beitrag. Wer wenig verdient und trotzdem spart, verliert nichts mehr.

Elternzeit unterbricht deine Förderung nicht automatisch

Während der Kindererziehungszeiten bleibst du in der Regel rentenversicherungspflichtig und damit förderberechtigt. Entscheidend ist, dass weiter eingezahlt wird. Wenn das Haushaltsbudget in dieser Phase eng ist, ist die Frage nicht ob, sondern wie viel und woher.

Ohne eigenen Anspruch brauchst du trotzdem einen eigenen Vertrag

Wenn du selbst nicht rentenversicherungspflichtig bist, deine Partnerin oder dein Partner aber schon, kannst du mittelbar zulageberechtigt sein. Dafür brauchst du einen eigenen Vertrag und einen eigenen Mindestbeitrag von 120 Euro im Jahr. Ohne diesen eigenen Beitrag fließt keine Zulage. Dieser Vertrag gehört dir, unabhängig davon, wie die Beziehung weitergeht.

Die Kinderzulage landet nicht automatisch bei dir

Mit 300 Euro je Kind und Jahr ist die Kinderzulage der größte Hebel im ganzen System. Bei drei Kindern sind das 900 Euro im Jahr. Bei wem sie landet, hängt an der Zuordnung im Vertrag. In vielen Familien wird sie stillschweigend beim besserverdienenden Elternteil gebucht, obwohl genau der andere die größere Rentenlücke hat. Das ist eine Entscheidung, keine Formalie.

Dazu kommt ein struktureller Punkt, den keine Förderquote abbildet: Frauen leben im Schnitt länger. Der Altersvorsorgevertrag muss aber nicht zwingend eine lebenslange Rente zahlen, ein Auszahlungsplan bis mindestens zum 85. Geburtstag genügt. Wer 92 wird, steht dann ohne diese Zahlung da. Genau deshalb schauen wir uns bei dir immer an, ob die Depotvariante reicht oder ob eine Lösung mit garantierter lebenslanger Zahlung der bessere Kern deiner Vorsorge ist.

Vorteile und Nachteile des Altersvorsorgedepots

Vorteile

  • Bis zu 540 Euro Grundzulage im Jahr, deutlich mehr als die bisherigen 175 Euro bei Riester
  • 300 Euro Kinderzulage je Kind und Jahr
  • Zulage hängt nur noch am eigenen Beitrag, nicht mehr am Einkommen
  • Kein Garantiezwang, dadurch bis zu 100 Prozent Aktienquote möglich
  • In der Ansparphase keine Abgeltungsteuer und keine Vorabpauschale
  • Kostendeckel von 1 Prozent beim Standarddepot
  • Vorab verrechnete Abschlusskosten sind verboten, anders als bei vielen alten Riester-Verträgen
  • Anbieterwechsel nach fünf Jahren kostenfrei, vorher höchstens 150 Euro
  • Erstmals auch für Selbstständige und Freiberuflerinnen
  • Zusätzlicher Steuervorteil über den Sonderausgabenabzug möglich
  • In der Ansparphase als Schonvermögen beim Bürgergeld geschützt

Nachteile

  • Kapital ist bis frühestens 65 gebunden, vorzeitiger Zugriff ist förderschädlich
  • Keine zwingende lebenslange Rente, ein Auszahlungsplan bis 85 genügt
  • Vererbung nur eingeschränkt. An den Ehepartner geht es in der Regel ohne Rückzahlung, bei Kindern müssen die Zulagen meist zurück
  • Zulage nur auf 1.800 Euro Eigenbeitrag im Jahr, die Rentenlücke der meisten Frauen ist größer
  • Gesamteinzahlung auf 6.840 Euro im Jahr gedeckelt
  • Auszahlung wird nachgelagert voll versteuert
  • Nur im Inland nutzbar. Wer auswandert, verliert die Förderung
  • Bestehende ETF-Anteile aus deinem privaten Depot kannst du nicht einbringen
  • Der Kostendeckel gilt nicht für jede Variante

Ansparen und Auszahlen

Die Ansparphase

Du zahlst monatlich oder jährlich ein, die Zulagen kommen dazu und dein Kapital arbeitet am Markt. Kursgewinne und Erträge bleiben in der Ansparphase steuerfrei, es fallen also weder Abgeltungsteuer noch Vorabpauschale an. Zusätzlich kannst du deine Beiträge samt Zulagen als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend machen. Das Finanzamt prüft automatisch, ob sich daraus ein zusätzlicher Vorteil ergibt.

Die Auszahlungsphase

Die Auszahlung beginnt frühestens mit 65. Zum Start kannst du dir bis zu 30 Prozent des Kapitals auf einen Schlag auszahlen lassen. Der Rest fließt als lebenslange Rente oder über einen Auszahlungsplan, der mindestens bis zu deinem 85. Geburtstag läuft. Versteuert wird erst in der Auszahlungsphase, also meist zu einem niedrigeren Steuersatz als im Erwerbsleben.

Und wenn du vorher an das Geld willst

Grundsätzlich geht das, aber förderschädlich. Zulagen und Steuervorteile musst du dann zurückzahlen, und die Gewinne werden mit deinem persönlichen Steuersatz belastet. Plane den Vertrag also als das, was er ist: gebundenes Altersvorsorgekapital. Für alles, worauf du vorher zugreifen willst, brauchst du einen zweiten Topf.

Kosten und Anbieterwechsel

Bei Riester haben die Kosten oft aufgefressen, was die Garantie übrig gelassen hat. Der Gesetzgeber hat deshalb an mehreren Stellen nachgeschärft.

Beim Standarddepot sind die Effektivkosten gesetzlich auf ein Prozent im Jahr gedeckelt. Vor Beginn der Auszahlungsphase wird das Kapital automatisch in risikoärmere Anlagen umgeschichtet. Wichtig: Dieser Deckel gilt für das Standardprodukt, nicht automatisch für jedes freie Altersvorsorgedepot und nicht für jede Versicherungslösung. Beim Vergleich musst du also genau hinschauen, welche Variante vor dir liegt.

Neu ist außerdem, dass Abschlusskosten nicht mehr vorab auf die ersten Jahre verrechnet werden dürfen. Eine vorzeitige Beendigung ist dadurch deutlich weniger nachteilig als bei klassischen Riester-Verträgen.

Beim Anbieterwechsel gilt: Nach fünf Jahren ist er kostenfrei. Wechselst du früher, darf höchstens 150 Euro berechnet werden. Ein einmal abgeschlossener Vertrag wird damit nicht zur Falle, wenn später ein besseres Angebot kommt.

Worauf du beim Vergleich achten solltest, ist nicht die beworbene Depotgebühr, sondern die Gesamtkostenquote aus Vertrags-, Depot-, Order- und Fondskosten. Genau diese Zahl vergleichen wir für dich, sobald die Anbieter ihre Konditionen veröffentlicht haben.

Was wird aus deinem Riester-Vertrag?

Die wichtigste Nachricht zuerst: Dein bestehender Vertrag bleibt gültig. Verträge, die vor dem 1. Januar 2027 abgeschlossen wurden, laufen mit den bisherigen Bedingungen und der bisherigen Förderung weiter. Niemand muss kündigen. Und vorschnelles Kündigen kann dich die komplette bisher erhaltene Förderung kosten.

Der Punkt, den viele falsch verstehen: Beide Systeme gleichzeitig gefördert zu besparen, geht nicht. Du entscheidest dich für eines. Entweder läuft dein Riester-Vertrag nach altem Recht weiter, oder du wechselst in die neue Förderung.

  • Weiterführen. Dein Riester-Vertrag läuft mit den alten Förderregeln weiter.
  • In die neue Fördersystematik wechseln. Der Vertrag bleibt bestehen, die Förderregeln wechseln.
  • Guthaben übertragen. Du überträgst dein angespartes Kapital in einen neuen Altersvorsorgevertrag. Zurückzahlen musst du dafür nichts. Im Jahr der Übertragung kann das übertragene Vermögen allerdings nicht erneut gefördert werden.
  • Ruhen lassen. Du pausierst die Einzahlungen, ohne bisherige Förderung zurückzuzahlen, verzichtest aber auf künftige Zulagen.

Wichtig: Der Wechsel in das neue Fördersystem ist eine Einbahnstraße. Zurück in die alte Riester-Förderung kommst du nicht.

Unsere Haltung

Für die meisten Frauen, die noch fünfzehn Jahre und mehr bis zur Rente haben, ist die neue Förderung der bessere Weg. Die Zulage ist höher, sie hängt nicht mehr am Einkommen, die Beitragsgarantie fällt weg und die Kosten sind stärker reguliert. Trotzdem gibt es Verträge, bei denen Bleiben die richtige Entscheidung ist, etwa wenn dein alter Vertrag garantierte Leistungen enthält, die den Kostenvorteil aufwiegen, oder wenn du kurz vor der Rente stehst.

Deshalb rechnen wir deinen konkreten Vertrag durch, bevor du irgendetwas unterschreibst. Auch die Fälle, in denen wir dir sagen, dass du nichts ändern solltest.

Du hast schon einen Riester-Vertrag?

Übertragen, ruhen lassen oder weiterzahlen. Wir gehen die Wege für deinen Vertrag gemeinsam durch. Kündige nichts, bevor du die Zahlen kennst.

Riester-Check vereinbaren

Für wen sich der Altersvorsorgevertrag besonders lohnt

  • Mütter. Mit 300 Euro je Kind und Jahr ist die Kinderzulage der größte Hebel im System. Bei zwei Kindern und vollem Eigenbeitrag kommst du auf 1.140 Euro Zulage im Jahr.
  • Frauen in Teilzeit. Die Zulage hängt nicht mehr am Einkommen. Wer wenig verdient und trotzdem spart, bekommt dieselbe Förderung wie eine Vollzeitkraft mit demselben Beitrag.
  • Junge Frauen. Langer Anlagehorizont und der einmalige Bonus von 200 Euro für alle, die vor 25 starten.
  • Selbstständige und Freiberuflerinnen. Bei Riester wart ihr außen vor. Ab 2027 seid ihr erstmals voll förderberechtigt.
  • Gutverdienerinnen. Neben den Zulagen kommt über den Sonderausgabenabzug ein Steuervorteil dazu, der mit dem Steuersatz steigt.

Und für wen eher nicht

  • Wenn du planst, dauerhaft ins Ausland zu ziehen. Der Vertrag lässt sich dort nicht weiterführen, die Förderung müsste zurückgezahlt werden.
  • Wenn du das Kapital vor allem an deine Kinder weitergeben willst. Außerhalb der Ehe geht die Förderung im Todesfall verloren.
  • Wenn du als Minijobberin von der Rentenversicherungspflicht befreit bist oder bereits eine volle Altersrente beziehst. Dann bist du nicht förderberechtigt.

Und was ist die Frühstart-Rente?

Parallel zur Reform für Erwachsene baut der Bund ein zweites Programm auf, das viele durcheinanderbringt: die Frühstart-Rente für Kinder. Sie nutzt denselben Depottyp, ist aber ein eigenes Gesetz und hat eigene Regeln.

So funktioniert sie

Für jedes Kind zwischen dem sechsten und dem 18. Lebensjahr, das in Deutschland eine Bildungseinrichtung besucht, zahlt der Staat 10 Euro im Monat in ein eigenes Altersvorsorgedepot ein. Eltern, Großeltern oder Dritte können zusätzlich einzahlen, bis zu 6.840 Euro im Jahr. Die Erträge bleiben bis zum Renteneintritt steuerfrei. Das Kapital ist zweckgebunden und kommt erst im Rentenalter zur Auszahlung, nicht mit 18.

Der Punkt, den kaum jemand klar sagt

Die Förderung startet mit dem Geburtsjahrgang 2020, also den Kindern, die 2026 sechs Jahre alt werden. Für sie wird rückwirkend ab Januar 2026 gezahlt. Danach kommt jedes Jahr ein Jahrgang dazu. Wenn dein Kind vor 2020 geboren ist, bekommt es keine staatlichen Zuschüsse. Denselben Vertragstyp abschließen kannst du trotzdem, nur eben ohne die 10 Euro vom Staat.

Zwei weitere Punkte, die du kennen solltest

  • Wenn Eltern kein Depot eröffnen, legt die Bundesbank das Geld an. Es geht also nicht verloren, aber du bestimmst dann auch nicht, wie es angelegt wird.
  • Für die Frühstart-Rente ist die Produktauswahl nach aktuellem Stand auf den Standarddepot-Vertrag beschränkt. Genau für diesen gilt der Effektivkostendeckel von einem Prozent.

Wichtig zum Stand: Die Frühstart-Rente ist noch kein geltendes Recht. Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf am 12. August 2026 beschlossen, das parlamentarische Verfahren läuft. Details können sich noch ändern.

Unsere Einordnung

10 Euro im Monat sind kein Vermögensaufbau, aber sie sind über zwölf Jahre und mit dem langen Zeithorizont eines Kindes ein sehr guter Startpunkt. Der eigentliche Hebel liegt in den Zuzahlungen, die daneben möglich sind, und in der Frage, ob dieses Depot oder ein frei verfügbares Kinderdepot besser zu eurem Ziel passt. Denn hier gilt dieselbe Einschränkung wie bei dir selbst: Das Geld ist bis zur Rente deines Kindes gesperrt. Für Führerschein, Studium oder die erste Wohnung braucht es einen zweiten Topf.

Du willst für dein Kind mitdenken?

Wir schauen uns gemeinsam an, was die Frühstart-Rente für deinen Jahrgang bedeutet und welcher Topf für welches Ziel der richtige ist.

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Häufige Fragen zum Altersvorsorgedepot

Unser Fazit

Das Altersvorsorgedepot macht die geförderte private Altersvorsorge endlich einfach, transparent und renditefähig. Für Frauen ist vor allem eine Änderung wichtig: Die Zulage hängt nicht mehr am Einkommen, sondern nur noch am eigenen Beitrag. Damit fällt die Benachteiligung weg, die Teilzeit und Erwerbsunterbrechungen bei Riester mit sich gebracht haben.

Gleichzeitig ist der Vertrag mit maximal 150 Euro geförderter Eigenbeitrag im Monat kein vollständiges Fundament, und er muss nicht lebenslang zahlen. Die beiden Fragen, die wir mit dir klären, sind deshalb: Welche der drei Varianten passt zu deinem Zeithorizont, und was deckt den Teil deiner Rentenlücke ab, der darüber hinausgeht.

Hava Misimi

Hava Misimi

Gründerin von Femance Finanzen

Gründerin von Femance Finanzen, Versicherungsmaklerin und Finanzanlagenvermittlerin. Als Maklerin vertritt sie die Interessen ihrer Kundinnen, nicht die einer Gesellschaft. Autorin von Money Kondo und Better Safe Than Sorry.

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Welche Variante passt zu dir?

Depot, Standarddepot oder eine Lösung mit garantierter lebenslanger Rente. Das hängt an deinem Zeithorizont, deiner Rentenlücke und daran, wie viel du selbst steuern willst. Wir gehen es gemeinsam durch, kostenfrei und online.

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Sei dabei, wenn es losgeht

Abschließen kannst du frühestens im Januar 2027. Bis dahin bereiten wir zwei Dinge vor: einen kostenlosen Kurs zum Altersvorsorgedepot mit allen Details, Vor- und Nachteilen – und eine kostenlose Beratung zum Thema ETF-Rentenversicherung im Altersvorsorgedepot.

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