Fünf häufige ETF-Fehler

ETF Fehler

Immer mehr Menschen investieren ihr Geld an der Börse. Gerade die Pandemie hat diese Zahlen noch stärker gepusht. Im Vergleich zu 2019 sparen jetzt rund 2,7 Millionen mehr Menschen in Aktien, aktive Fonds oder ETFs.  

Insbesondere immer mehr jüngere Menschen beeinflussen diese Zahl positiv. Fast 600.000 junge Erwachsene unter 30 Jahren zählen nun zu den Anlegerinnen an der Börse – eine Steigerung um fast 70 Prozent im Vergleich zu Vorjahr. Das finde ich persönlich wirklich toll. Leider werden jedoch auch häufig ETF-Fehler beim Geld anlegen begangen. Das kann gefährlich sein, denn die Börse hat auch ein gewisses Risiko und niemand verliert gerne sein hart erspartes.  

Deshalb haben wir in dieser Podcastfolge die fünf häufigsten ETF-Fehler zusammengefasst.

ETF-Fehler 1: Ohne Ziel investieren  

Das ist ein absoluter Klassiker ETF Fehler und dabei ist es so einfach. Diejenigen, die den Femance Podcast rauf und runter hören und diesen Blog lesen, haben es bereits schon einmal irgendwo gehört oder gelesen.   

Du solltest unbedingt ein Ziel definieren, wenn du mit dem Investieren anfängst. Je nach Anlagehorizont, macht es für dich vielleicht gar kein Sinn für Ziel X an der Börse zu Investieren (z.B. für die Weltreise, die in 2 Jahren ansteht). Der Anlagehorizont u.a. beeinflusst dabei welche Anlageprodukte für dich Sinn machen können.  

Was wichtig ist: Keine schwammigen Ziele alla “Ich will reich werden” sondern gut ausformulierte, berechnete, SMARTE Ziele. Überlege dir genau, was reich sein für dich bedeutet. Die Villa am Meer? Weniger Arbeiten? Wie viel weniger arbeiten? Denn kennt man den Weg nicht wird auch niemals den passenden Weg finden. Ausprobieren ist in Ordnung und berechtigt, aber nach einer gewissen Zeit an der Börse sollte man ein klares Ziel für sich festlegen, sonst holt einen dieser ETF-Fehler ein. Viele verlassen die Börse oder hoppen dann von einem ETF zum anderen oder von einer Anlageklasse zur anderen. Das kostet auf Dauer Zeit, Geld und Rendite.

ETF-Fehler 2: Zu wenig Streuung / Keine Diversifikation 

Alles auf eine Karte im Leben setzen ist gefährlich. Zumindest beim Investieren. Warum? Mal ein einfaches Beispiel in der Situation der Corona Krise in das wir uns sicher alle hineinversetzen können. Hättest du all dein Geld in die Tourismusindustrie gesteckt, sehe es leider nicht so rosig im Depot aus. Das wäre fatal, insbesondere dann, wenn man das Geld in diesem Moment vielleicht sogar braucht. Hätte man während der Corona Pandemie allerdings noch andere Werte im Depot gehabt wie Digitalisierung und Co., die von der Börse profitiert haben, wäre die Rendite deutlich besser ausgefallen und das bei geringeren Schwankungen und Risiko. Ganz nach dem Motto breit gestreut, nie bereut. Das ist eine Börsenweisheit, die einfach wissenschaftlich belegt ist  

Was aber darüber hinaus noch wichtig ist, denn diesen ETF-Fehler sehe ich immer: Damit ist nicht nur gemeint über eine einzige Anlageklasse breit zu streuen, sondern eben auch über verschiedene Anlageklassen. ETFs sind Fonds – Die meisten reden im Zusammenhang mit ETFs immer über Aktienfonds. Es gibt aber auch andere Anlageklassen, die man als ETF kaufen kann oder auch direkt investieren kann. Zum Beispiel Immobilien, indem man Mieteinnahmen als Rendite hat oder einen Wertzuwachs, oder auch Rohstoffe wie beispielsweise Gold.  

Warum ist es wichtig auch über Anlageklassen zu streuen? Asset-Klassen haben in verschiedenen Marktphasen auch gewisse Wechselwirkungen. Ein gutes Beispiel hierfür ist Gold. Läuft es am Aktienmarkt mal nicht so gut, ist in der Regel der Goldpreis höher und umgekehrt.  

ETF-Fehler 3: Blind Aktientipps nachkaufen 

Diesem ETF-Fehler musstest du garantiert auch schonmal widerstehen. Wer kennt es nicht “Kauf jetzt diese Aktie”, das ist der neue heiße Aktien- oder ETF-Tipp. Egal ob Influencer, Blogger, Papa, Finanzmagazine und Podcast – überall wird von einzelnen Unternehmen gesprochen. Das ist ganz klassische Investmentpornographie. Denn sonst kann man über die Kapitalmärkte nicht viel berichten, sonst würde man jeden Tag das gleiche erzählen. Medien leben von Neuigkeiten. Also berichtet man von Neuigkeiten von Unternehmen, deren Aktien man kaufen kann. Auch selbsternannte Investmentprofis wissen es leider nicht besser.

Niemand kann vorhersagen, wie sich ein Unternehmen entwickelt. Denn es gibt immer Informationsasymmetrien am Markt. Um zu wissen, wie sich ein Unternehmen entwickelt müssen alle Informationen vollständig vorhanden sein für eine Person – das ist aber unmöglich. Insbesondere unmöglich für Privatpersonen, die keinerlei Kontakt zu diesen Unternehmen haben. Ich erinnere an dieser Stelle mal an Wirecard und deren Skandal vor zwei Jahren. Wirecard wurde als Geheimtipp Aktie von sämtlichen Magazinen gehyped. Hätte man in einen sehr breit gestreuten ETF investieret in dem selbst Wirecard drin gewesen wäre, wäre der Verlust deutlich geringer ausgefallen als viel Geld auf diese einzelne Aktie zu setzen. Davon gibt es noch tausend weitere Beispiele wie Elon Musk Tweet Aktien oder das Telekom Trauma.  

Deshalb vermeide diesen ETF-Fehler und kaufe niemals blind einfach irgendwelchen Tipps nach. Informieren, evaluieren und entscheiden, on das in das eigene Portfolio passt.  

ETF-Fehler 4: In Krisenzeiten ZU emotional zu reagieren 

Du musst natürlich verstehen, wie der Kapitalmarkt ungefähr funktioniert, um zu wissen, dass Kursschwankungen normal sind. Deshalb kann es vor allem gerade am Anfang sein, dass du z.B. ein Minus in deinem Depot siehst. Weil viele Menschen investieren, aber die Spielregeln der Börse nicht verstanden haben, machen sie häufig diesen ETF-Fehler.  

Aktuell befinden wir uns beispielsweise in einer Krise und die Psychologie der Menschen kommt zum Vorschein. Die meisten Menschen investieren an der Börse, wenn es bergauf geht und hören auf oder nehmen sogar alles raus, wenn es bergab geht. Das zeigt auch der enorme Zuwachs nach dem ersten großen Corona Lockdown, wo wir ein Allzeit Hoch hatten. 

Verluste im Depot sind in der Regel erstmal Buchverluste. Das heißt man hat sie erst realisiert, wenn man seine Positionen verkauft. Das sollte man in diesen Phasen aber nicht unbedingt tun, wenn man geplant hat das Geld langfristig anzulegen. Historisch werden die besten Renditen erzielt, wenn man eine Krise im Depot hatte und hier beispielsweise nachkauft und/oder aussitzt. Eigentlich ist die Krisenzeit die beste, um anzufangen. Gerd Kommer, ETF-Jünger, sagt vor allem junge Menschen sollten für Krisen beten.  

Ich weiß es ist hart, aber es gibt andere Möglichkeiten sein Depot abzusichern. Ich denke, wenn man den Grundgedanken des Investieren verstanden hat und wie die Börse im Großen und Ganzen funktioniert fällt es einem auch leichter. Aber das kostet eben Arbeit und Zeit und wir Menschen wollen lieber schnelle Lösungen. Deshalb hüte dich vor diesem ETF-Fehler.  

ETF-Fehler 5: Gar nicht investieren, weil ETFs nur ein “Trendthema” sind 

Auch diese verbreitete Meinung habe ich schon öfter gehört. Um diesen ETF-Fehler nicht zu begehen und die These zu widerlegen, hilft ein kurzer Blick in die Historie der ETF. ETFs gibt es in Deutschland schon seit über 20 Jahren. Und Aktienfonds noch länger. ETFs sind also kein Trendthema. Viele Menschen und Großanleger haben schon weit vor dir und mir in ETFs investiert. ETFs waren früher nie in den Medien so präsent wie heure, weil sich generell weniger Menschen dafür interessiert haben. Das mehr Menschen investieren ist ein Phänomen unserer Zeit und führt dazu, dass Medien natürlich auch diese Nachfrage bedienen und mehr über Themen, die uns interessieren schreiben. Da kann es einem schon einmal so vorkommen als wären ETFs nur der neue heiße Scheiß. Sind sie aber definitiv nicht.

Hinzu kommt das ETFs den OGAW-Richtlinien unterliegen. OGAW bedeutet Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren und beinhalten sehr klare Richtlinien für Fonds in Europa. Darunter fallen auch ETFs. Wären sie ein Trendthema, dann könnten sie gar nicht so schnell zugelassen werden. Denn der Zulassungsprozess kann dauern.

Nicht anfangen: der schlimmste Fehler

Es ist meiner Meinung nach also der aller schlimmste Fehler ist gar nicht erst anzufangen, egal ob du das jetzt nicht tust, weil du denkst es ist nur ein Trendthema und “geht wieder vorbei”. Lass dir eins gesagt sein, du wirst es bereuen dich nicht mit dem Thema früher auseinandergesetzt zu haben.  

Jede*r von uns hat mindestens ein langfristiges Ziel und das ist die Altersvorsorge! Und da hilft es nicht einfach sein Geld auf dem Sparbuch zu sparen, bei fast gar keinen Zinsen. Denn aktuell frisst die Inflation die Kaufkraft unseres Geldes. Das siehst du an der aktuellen Zahl für August: 7,9%. Und das soll sogar in den Herbstmonaten noch schlimmer ausfallen. Die Bundesbank erwartet Inflationszahlen von bis zu 10%. Jetzt sagt man sich natürlich, ja klar das ist auch eine Phase, die vorüber geht und dann sinkt die Inflation wieder – ja hoffentlich! 

Dennoch ist es wichtig für dich zu wissen, dass eine Inflation von bis zu 2% normal ist. Und wenn du nur 1% Zinsen (wenn überhaupt) auf deinem Sparbuch erhältst. Sieht das Ganze nicht gut für dich aus… Denn die Rechnung ist ganz einfach 2-1 = 1. D.h. du hast die Inflation immer noch nicht ausgeglichen. Mache diesen ETF-Fehler also nicht und investiere dein Geld langfristig, bevor die Inflation es frisst.  

Du willst mit deinem Depot Anfänger-fehler vermeiden?

Dann habe ich was für dich! Am 12. September startet wieder mein ETF- Durchstarter Onlinekurs.  Hier hast du die Möglichkeit von mir persönlich alles Rund um das Thema ETFs zu erfahren. Du lernst nicht nur, was genau ETFs sind und wie sie funktionieren. Sondern auch welche verschiedenen ETF-Arten es gibt. Und vor allem: wie du persönlich am besten und risikoarm in diese Anlageklasse investieren kannst. Wir haben für den Onlinekurs eine Warteliste, auf der du dich setzen kannst. Für die ersten 15 Teilnehmenden gibt es ein individuelles Portfoliofeedback on Top. 

Fazit

In der Praxis sehen wir leider noch mehr Fehler, wie die falsche Einstellung des Depots etc. – das würde hier jedoch den Rahmen sprengen. Deshalb bleibt es erstmal bei den fünf häufigsten ETF-Fehlern, die du nun kennst und vermeiden kannst.

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