Änderungen in 2022: Finanzen und Versicherungen

Änderungen 2022

Der 1. Januar ist ein besonderes Datum, denn mit dem neuen Jahr sind nicht nur neue Vorsätze verbunden, sondern auch viele Änderungen. Und 2022 erwarten uns einige Änderungen im Finanz- und Versicherungsbereich, das ist sicher. Die neue Ampel-Koalition hat jetzt schon sehr viele Änderungen für 2022 angesagt, weitere werden noch geplant. Ein paar waren schon längst überfällig.

Alle Änderungen, die dich 2022 in Deutschland erwarten, fassen wir dir hier einmal zusammen.

1. Änderungen für Altersvorsorge & Versicherungen

Das Thema gesetzliche Aktienrente ist in aller Munde. Denn damit soll es endlich zu einer Reform im deutschen Rentensystem kommen, das schon lange droht zu versagen. Der Staat soll demnach 10 Mrd. € global am Kapitalmarkt anlegen. So soll die Rentenversicherung um einen kapitalgedeckten Anteil erweitert werden. Wie genau das geschehen soll und woher die 10 Mrd. € herkommen sollen, ist aber noch unsicher. Deshalb müssen wir wahrscheinlich auf die Umsetzung der Aktienrente warten, bis eine optimale Strategie gefunden wird. Ob mit oder ohne Aktienrente, du solltest dennoch zusätzlich Vorsorgen. Die Vorteile einer ETF-RV findest du hier.

Eine weitere geplante Änderung führte zu einem regelrechten Ansturm auf BU- & Lebensversicherungen: die Senkung des Höchstrechnungszinses. Dieser Höchstrechnungszins wird von Versicherern als Grundlage zur Kalkulation von Vorsorgelösungen verwendet, wie z.B. für die BU oder private RV. Bisher lag dieser bei 0,9 und wird zum 1. Januar auf 0,25 gesenkt.

Warum wurde die Maßnahme ergriffen? Angesichts des aktuellen Nullzinsniveaus wird es für Versicherer immer schwerer, ihre Garantieversprechungen auch wirklich zu erwirtschaften. So sollen sieneuen Kunden mit einer niedrigen Zinsgrundlage keine zu hohen Versprechen garantieren.

Warum also der Ansturm? Naja, durch die Senkung des Zinses werden die Beiträge für eine BU bspw. leicht erhöht, auch wenn die Konditionen gleich bleiben. Eine Person mit gleichbleibenden Bedingungen kann 2021 eine BU für 61€ monatlich abschließen, während sie ab Januar 2022 65€ monatlich zahlen müsste.

Diese Senkung könnte jedoch auch das Ende der Riester-Rente bedeuten. Warum das so ist: die eigenen Beiträge und die staatlichen Zulagen müssen zu 100% garantiert werden, so ist es gesetzlich vorgegeben. Mit einem Zins von 0,25 wird es aber schwer für Versicherer, dies zu garantieren und dabei gleichzeitig noch ihre eigenen Kosten zu decken. Ohne eine Reform werden Riester-Verträge für Versicherer und Versicherte unattraktiv.

2. Änderung: Erhöhung des Sparerpauschbetrags

Der Sparerpauschbetrag wird erhöht – das erste Mal seit seiner Einführung. Bisher lag dieser bei 801 € und soll ab dem 1. Januar auf 1.000 € erhöht werden. Ehepaaren steht wie zuvor das Doppelte zur Verfügung: sprich 2.000€ am Sparerpauschbetrag. Somit wird zumindest die durchschnittliche Inflation von 2% ausgeglichen (die aktuell aber weit darüber liegt). Damit sollen kleine Anleger und Anlegerinnen unterstützt werden.

Auch interessant ist, dass Deutschland sich nun auch offiziell zu Neobrokern bekennt. Warum das vielleicht wichtig sein könnte: Neobroker stehen gerade in der Debatte, da sie auf Basis von Provisionen von der Börse vergütet werden, wenn sie ihnen Orders von Anlegern vermitteln. Denn so können sich Neobroker wie Trade Republic oder Scalable Capital die geringen Ordergebühren überhaupt leisten. Deutschland sieht also vor, dass auch in Zukunft zuzulassen.

3. Änderung: Höhere Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen

Aufgrund der Pandemie und den dadurch erhöhten Gesundheitskosten werden einige Krankenkassen nochmals den Zusatzbeitrag erhöhen. Während 56 der 98 gesetzlichen Krankenkassen diesen konstant halten, werden 12 ihn erhöhen – ca. 18 Mio. Versicherte sind davon betroffen. Ein Wechsel kann sich für den einen oder anderen also lohnen, es gilt sogar ein Sonderkündigungsrecht.

Auch private Krankenversicherer erheben einen Zuschlag in der privaten Pflegepflichtversicherung. Es handelt sich dabei um 3,40 € bzw. 7,30 € (Beihilfeberechtigte) zusätzlich zum Beitrag für die Pflegeversicherung. Jedoch ist diese Erhöhung zeitlich auf das Jahr 2022 begrenzt , um die durch die Pandemie erhöhten Ausgaben zu finanzieren.

4. Was bedeutet die derzeit steigende Inflation für 2022?

Inflation ist ein großes Thema, besonders im vergangenen Jahr. Doch was bedeutet Inflation? Vereinfacht gesagt bedeutet das für Verbraucher, dass die Preise für bspw. Gas, Benzin & Lebensmittel steigen, weil das Geld an Wert verliert. Wenn du dich an 2020 zurück erinnerst und allein die Benzinpreise mit den heutigen vergleichst, waren die Preise im letzten Jahr noch deutlich niedriger. Der Preisanstieg kann verschiedene Gründe haben: Die MwSt wurde 2021 wieder erhöht, die Nachfrage nach bestimmten Produkten war höher als das Angebot und die CO2-Abgaben erhöhten damit die Benzinpreise.

Änderungen Inflationsrate
Quelle: Statista, 2021

Was ist 2022 zu erwarten? Die Inflation lag im November noch bei 5,2% – so hoch wie seit 30 Jahren nicht mehr. Laut Prognosen soll die Inflation auch 2022 noch über den gewünschten 2% liegen. Die EZB schätzt eine durchschnittliche Inflation von 3,2% für 2022 als realistisch und ist davon überzeugt, dass diese hohe Inflation auf die Pandemie zurückzuführen ist. Somit erwarten sie, dass sie sich langfristig wieder auf die optimalen 2% einpendelt. Doch da sind die Meinungen eher gespalten. Die FED erhöht nämlich als Reaktion auf die steigende Inflation ihre Zinsen.

5. Sonstige Änderungen in Finanzen und Steuern

Einige Änderungen betreffen auch die Steuern. Zum einen tritt das Gesetz der Grundsteuerreform in Kraft. Dadurch können die Bundesländer mehr Einfluss auf die Gestaltung der Grundsteuer nehmen. In Bayern z.B wird dadurch nicht mehr der Wert des Grundstücks eine Rolle bei der Berechnung spielen, sondern nur noch die Grundstücksfläche (0,03 €/ qm) und die Gebäudefläche (0,50 €/ qm). Das heißt, manche zahlen nun etwas mehr und manche weniger. Betreffen tut das aber auch die Mieter, denn die Vermieter geben die geänderten Kosten über die Nebenkosten an sie weiter.

Ein weiterer Punkt ist die Erhöhung des Grundfreibetrags. So ist man erst steuerpflichtig, wenn das Jahresgehalt mehr als 9.984,00 € beträgt – damit wird er im neuen Jahr auf ca. 300 € angehoben. Warum ist das wichtig? Der Grundfreibetrag stellt ein Existenzminimum dar, der für alle Bürger steuerfrei ist. Mit der steigenden Inflation und den steigenden Lebenshaltungskosten, muss der Grundfreibetrag an diese Umstände angepasst werden. Besonders für einkommensschwächere Haushalte ist das sehr wichtig.

Last but not least: der Mindestlohn wird angehoben – und das zwei mal im Jahr 2022. Er wurde 2021 auch zwei mal erhöht, einmal auf 9,50€ und um Sommer nochmal auf 9,60€. Zum ersten Januar steigt er nochmal auf 9,82 € die Stunde, und liegt zum 1. Juli 2022 mit 10,45€ erstmals über 10 €.Auch Azubis dürfen sich freuen: die Mindestvergütung wird nämlich auch erhöht – von 550 € auf 585 € im ersten Jahr. Die neue Bundesregierung strebt jedoch schon bald eine Erhöhung auf 12 € an.

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Wie jedes Jahr, machen wir uns auch für 2022 Vorsätze. Aber wer sagt, dass wir sie nicht auch wirklich umsetzen?

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Fazit

Einige Änderungen stehen uns bevor: ob nun in der Altersvorsorge, bei den Versicherungen oder Steuern. Die Inflation wird uns auch noch im Jahr 2022 weiterhin beschäftigen. Was das kommende Jahr bringt, müssen wir jedoch noch abwarten.

Wir sind auch im nächsten Jahr für dich da – bis dahin: einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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