Von diesen Steuervorteilen kannst du mit deiner ETF-Rente profitieren

Eine solide Altersvorsorge ist heute wichtiger denn je, um im Ruhestand finanziell abgesichert zu sein.  Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie man für das Alter vorsorgen kann. Eine davon ist die fondsgebundene Rentenversicherung wie z.B. die ETF-Rente, die nicht nur individuelle Anlageoptionen bietet, sondern auch so einige Steuervorteile mit sich bringt. In diesem Blogartikel kannst du nachlesen, wie auch du davon profitieren kannst.

Disclaimer: Ich bin keine Steuerberaterin und dieser Blogbeitrag stellt deshalb auch keine steuerliche Beratung da.

Was ist eine ETF-Rente?

Eine ETF-Rente, also eine fondsgebundene Rentenversicherung, investiert einen Teil der Beiträge in Investmentfonds, wodurch sich eine höhere Rendite im Vergleich zu klassischen Rentenversicherungen erzielen lässt. Allerdings ist die Rendite nicht garantiert und hängt von der Wertentwicklung der Anlagefonds ab.  Das bedeutet, dass das Risiko bei fondsgebundenen Rentenversicherungen im Vergleich zu klassischen Rentenversicherungen höher ist, da es zu Verlusten kommen kann. Auf der anderen Seite können aber auch höhere Renditen erzielt werden, wenn sich die Anlagefonds gut entwickeln.

Doch das hört sich tatsächlich dramatischer an als es ist. Wenn du dich für eine ETF-Renten entscheidest, minimierst du durch das Investment in ETFS dein Risiko ja. Ein ETF bildet einen Index wie beispielsweise den DAX oder den S&P 500 nach und investiert somit automatisch in eine Vielzahl von Einzelwerten. Und genau dieser Mechanismus führt dazu, dass das Risiko stark minimiert wird, und somit ein einzelner Kursverfall weniger ins Gewicht fällt. ETFs bieten somit eine einfache und kostengünstige Möglichkeit, um das Anlagerisiko zu minimieren und sich gleichzeitig an den globalen Finanzmärkten zu beteiligen. Wenn du dann noch in ETFs im Rahmen des Versicherungsmantels einer Rentenversicherung investierst, profitierst du außerdem von den Steuervorteilen, die sie dir bietet.

Welche verschiedenen ETF-Rentenversicherungen gibt es?

Es gibt einmal die Basis bzw. Rürup Rente, die man voll in ETFs investieren kann sowie die private ETF-Rente (fondsgebundene Rentenversicherung). Diese zwei Formen unterscheiden sich vom Rentenversicherungsmantel sehr. Die ETFs in die du innerhalb dieser Rentenversicherung investieren kannst können identisch sein. Der Mantel allerdings, also die gesetzlichen Vorgaben sind jedoch für beide Rentenversicherungen unterschiedlich.  Hier mal ein direkter Vergleich für dich:

Basis-Rente vs. ETF-Rente

 

Basis Rente

Private ETF-Rente

Vorteile

  • Wurde für Selbstständige als Ersatz der gesetzlichen Rente (erste Säule des Rentensystems) ins Leben gerufen
  • Das Vermögen innerhalb der Basisrente ist insolvenzgeschützt. 
  • Die Basis-Rente ist Kapitalgedeckt
  • Man kann Einzahlungen in die Basis-Rente steuerlich absetzen, sodass man einen geringeren Netto „Effektivaufwand“ hat.
  • Außerdem findet eine nachgelagerte Besteuerung mit persönlichem Steuersatz statt. Dadurch zahlst du vermutlich weniger Steuern, da du in der Rente voraussichtlich geringe gesetzlichen Einnahmen hast.

 

Nachteile

  • Während Vertragslaufzeit kommst du NICHT an dein Geld. Währenddessen ist nur eine Art Beitragsfreistellung möglich und die Auszahlung kann wirklich erst ab Renteneintrittsalter beginnen.
  • Außerdem kann dieses Geld im Ruhestand nur als lebenslange, monatliche Rente ausbezahlt werden. Es ist nicht möglich, sich das Kapital einmalig auszahlen zu lassen.
  • Hinzukommt, dass das Geld nur begrenzt vererbt werden kann (wie bei der gesetzlichen Rente). Das heißt entweder an den Ehepartner oder an kindergeldpflichtige Kinder.

Vorteile

  • So wie du in dein ETF-Depot flexibel investieren kannst, kannst du auch in der ETF-Rente flexible Investitionen tätigen
  • Außerdem ist die ETF-Rente jederzeit kündbar und das Kapital kannst du dir jederzeit auszahlen lassen
  • Doch auch hier hast du Steuervorteile von denen du während der Auszahlungsphase profitieren kannst.
  • Zudem ist die Vererbbarkeit der vollen Beträge problemlos nach gesetzlicher Erbfolge oder Testament möglich 
  • Und: Es sind Einmalkapitalauszahlungen und Teilkapitalauszahlungen zu Rentenbeginn möglich.
 

Nachteile

  • Du hast während der Einzahlungsphase keine Steuerersparnis (Investition vom Nettogehalt, nicht steuerlich absetzbar)

Was ist beser für mich geeignet?

Mein Credo: Die Basisrente eignet sich eher für Selbstständige, die nicht in die gesetzliche Rente einbezahlen und für sehr gut Verdiener.  Die private ETF-Rente ist für Angestellte dagegen sehr gut geeignet.

Mehr hierzu findest du im Blogartikel: Welche Rentenversicherung ist die beste für mich

Steuervorteile in der ETF-Basisrente

Schauen wir uns nun die Steuervorteile detaillierter an. Hast du eine ETF-Basisrente sind Beiträge bis maximal 26.528 Euro jährlich (Stand 2023) komplett von der Steuer absetzbar.

Nehmen wir ein Beispiel: Ich zahle 2000 € im Jahr ein und kriege je nachdem wie mein persönlicher Steuersatz ausfällt im Schnitt um die 40% zurück – was in unserem Beispiel ca. 800€ sind. Wie du siehst lohnt sich das tatsächlich enorm, weil man effektiv eben nur 1.200 € einbezahlt. Der Steuerhebel ist hier relativ hoch.

Wichtig ist aber: In der Auszahlung wird die monatliche Rente aus der Basisrente voll versteuert, genau so wie die gesetzliche Rente. In der Regel ist im Alter der Steuersatz jedoch geringer, da man weniger Einnahmen aus der gesetzlichen Rente erwartet. Bei Selbstständigen kann dies beispielsweise komplett wegfallen, wenn sie nie in die gesetzliche Rente einbezahlt haben.

Dafür ist die Basisrente aber auch unflexibel. Denn die kann nur monatlich ausgezahlt werden und es sind keine Einmalzahlungen möglich. Ein weiterer Nachteil ist zudem, dass die Basisrente z.B. nicht vererbbar ist. Wichtig ist, dass man sich überlegt, wie flexibel man sein möchte und diesen Anteil eben nicht in ein sehr unflexibles und unkündbares Produkt gibt.

Steuervorteile in der privaten ETF-Rente

Bei der ETF-Privatrente kann man anders als bei der Basisrente den Sparbetrag leider nicht steuerlich geltend machen. Die Steuervorteile liegen bei der ETF-Rente in der Auszahlungsphase, sprich ab Renteneintrittsalter. Im Vergleich zum ETF-Sparplan kann das aber durchaus lukrativ sein, da die Besteuerung von Kapitel und Renten unterschiedlich ausfallen. In einem anderen Beitrag habe ich den ETF-Sparplan und die ETF-Rente mal miteinander verglichen, schau gerne mal hier rein.

Kommen wir aber noch mal zu den unterschiedlichen Besteuerungen. Erwirtschaftest du Kapitalerträge aus dem ETF-Sparplan die über den Freibetrag von 1000€ liegen, zahlst du auf deinen Gewinn Kapitalertragssteuern. Diese fallen in Höhe von 25% an. Zusätzlich kommen noch der Solidaritätszuschlag von 5,5% sowie ggf. Kirchensteuer hinzu.

Hier kommt der erste Clou: Alles was innerhalb der privaten ETF-Rentenversicherung angespart wird ist in der Ansparphase steuerfrei von Kapitalertragssteuer – obwohl man in ETFs investiert. Dadurch ist der Zinseszins Effekt meist höher als im Depot, weil du dort ja ab 1.000€ Gewinn direkt besteuert wirst. 

Der Ertrag (Gewinn) der ETF-Rentenversicherung wird erst bei Auszahlungsbeginn mit dem persönlichen Einkommenssteuersatz versteuert, nicht mit der Kapitalerstragssteuer. Und das ist gleich doppelt von Vorteil denn: zu Rentenbeginn verringert sich der persönliche Einkommenssteuersatz in den meisten Fällen. WARUM? Weil die gesetzliche Rente für viele ein geringes Einkommen darstellt und der persönliche Einkommenssteuersatz sich da daran richtet.

Nur der Ertragsanteil muss in der ETF-Rente versteuert werden

Außerdem müssen die Gewinne aus der privaten Rente nicht zu 100% versteuert werden, sondern nur mit dem sogenannten Ertragsanteil. Lässt du dir also aus der privaten Rentenversicherung monatlich eine lebenslange Rente auszahlen, musst du nur einen bestimmten Ertragsanteil versteuern. Wie hoch der Ertragsanteil dann ist, hängt vom Renteneintrittsalter ab. Achtung! Das gilt aber nicht für Einmalzahlungen – Wie diese versteuert werden, dazu später mehr.

Also wie muss nun die monatliche Rente versteuert werden? Beispiel: Du hast 50.000€ investierst und am Ende sind 250.000€ im Topf angespart. 200.000€ sind also dein Ertrag. Woraus entsteht dieser Ertrag?  Durch den Zinseszins und die Rendite deiner Anlage.

Das tolle an der Rentenbesteuerung ist, dass nur der Ertrag versteuert werden muss. Wie hoch die Steuerlast ist, ist wiederum nach Renteneintrittsalter gestaffelt:

  • Bei Rentenbeginn ab dem Lebensjahr muss 20 % des Ertrags mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden (also 20 % von den 50.000 €)
  • Bei Rentenbeginn ab dem Lebensjahr werden 19 % des Ertrags versteuert
  • Bei Rentenbeginn mit 65 oder 66 Jahrenwerden nur noch 18% des Ertrags versteuert
  • Ab Rentenbeginn mit 67 Jahrenzahlst du nur noch auf 17% des Ertrags Steuern

 

Das heißt für unser Beispiel dann konkret: du versteuerst von den 200.000€ je nach Eintrittsalter nur zwischen 17 und 19% mit deinem persönlichen Steuersatz. Nochmal zum Vergleich: die Kapitalertragssteuern liegen bei 25% plus Solizuschlag von 5,5% und eventuell Kirchensteuer! Wie du siehst sind die Steuervorteile wirklich enorm!

Profitiere auch du von den Steuervorteilen und lasse dich zur ETF-Rente beraten

Die Steuervorteile haben dich neugierig gemacht? Dann komm in unser unverbindliches, digitales Erstgespräch und lasse dich zur ETF-Rentenversicherung beraten!  Dabei gehen wir alle weiteren wichtigen Aspekte der ETF Renten im unabhängigen Vergleich ein.  Und suchen anhand deiner Wünsche aus, was am besten zu dir passt.

Dabei schauen wir uns viele wichtige Aspekte an, wie z.B wie viel Rente du womöglich brauchst, wie hoch deine Rentenlücke ist und wie hoch entsprechend des Beitrags bei der Versicherung sein sollte, um diese Lücke zu schließen. 

In der Beratung erklären wir dir von A bis Z alle wichtigen Dinge die für deine ETF-Rentenversicherung wissen musst und welche Anbieter für dich am Besten passen.

Wie werden Einmalzahlungen aus der privaten Rentenversicherung versteuert?

Etwas anders sieht es mit der Besteuerung von Einmalzahlungen aus der privaten Rentenversicherung aus. Läuft die Versicherung kürzer als 12 Jahre, fällt die übliche Kapitalertragssteuer an. Besteht der Vertrag allerdings mindestens 12 Jahre und du lässt dir dein Kapital daraus nach deinem 62. Lebensjahr auszahlen, so wird der Gewinn daraus zumindest nur zu Hälfte versteuert und das auch wieder mit dem persönlichen Steuersatz.

Wurde die private Renten- oder Lebensversicherung vor 2005 abgeschlossen, ist Kapital darauf übrigens steuerfrei. Vielleicht ist das ja gut für deinen Oma oder Opa zu wissen.

Weitere Steuervorteile – auch bei Umschichtung keine Kapitalertragssteuern

Doch es gibt einen weiteren steuerlichen Vorteil, wenn man den ETF-Sparplan mit der ETF-Rentenversicherung vergleicht: Im Gegensatz zum ETF-Sparplan fällt bei einer Umschichtung (Shiften) der Fonds bei der ETF-Rentenversicherung keine Kapitalertragssteuern an. Kurz zu Einordnung für dich, wieso das Umschichten sinnvoll sein könnte:

Einerseits kann es sein, dass sich die Marktlage verändert und man deshalb die Gewichtung der einzelnen ETFs in seinem Portfolio anpassen möchte. Zum Beispiel, wenn man feststellt, dass man zu stark in bestimmten Branchen oder Ländern investiert ist.  Andererseits kann es auch sein, dass man einfach eine andere Anlagestrategie verfolgen möchte.

Ein Beispiel: Angenommen du hast einen ETF-Sparplan auf den MSCI World Index mit einem Anlagezeitraum von fünf Jahren. In dieser Zeit hat sich der ETF sehr gut entwickelt und du hast eine Rendite von 20% erzielt.  Nun möchtest du aber dein Portfolio umstrukturieren und beschließt, einen anderen ETF zu kaufen, der besser zu deinen Anlagezielen passt. Wenn du den alten ETF verkaufst, um den neuen ETF zu kaufen, musst du Kapitalertragssteuern auf die 20% Rendite zahlen. Bei einer ETF-Rentenversicherung ist das aber anders: Shiftest du das darin enthaltende Kapital von Fonds A zu Fonds B um, während Fond A Gewinne erzielt hat, muss der Ertrag daraus nicht versteuert werden.

Fazit

Wenn du auf der Suche nach einer geeigneten Anlageform für deine Altersvorsorge bist, sollten zwar die Steuervorteile nicht das alleinige Kriterium bei der Auswahl sein, da man nie wie, wie die Zukunft aussieht und ob sich eventuell die Gesetzgebung dazu ändert. Aber wenn aktuell die 25% Kapitalertragssteuer bei einem ETF-Sparplan mit den 17 bis 20 % Steuern bei einer ETF-Rentenversicherung vergleicht, ist das schon ein größerer Unterschied, den man in Betracht ziehen sollte. Vor allem wenn du einen ETF zur Altersvorsorge nutzen willst, könntest du davon profitieren.

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