Atteste BU: Was muss ich beachten – Teil II

Atteste BU - Ursachen für Nichtzahlung

Im ersten Teil diese Reihe lag der Fokus auf dem Abschlussprozess einer BU, was dich dabei erwartet und wie du Gesundheitsfragen für die BU ohne Fehler beantwortest. In diesem Teil geht es mehr darum, wie ärztliche Atteste – zu deutsch: Ärztliche Stellungnahmen – deine Chance auf eine Normalannahme in der BU erhöhen und Ausschlüsse und/oder Risikozuschläge vermieden werden.

Das klingt erstmal kompliziert, ist es aber nicht – wirklich! Deshalb zeigen wir dir, worauf du achten musst und was du bei den Attesten für deine BU tun musst.

Atteste BU: Daten sauber aufarbeiten – mit unserem Fahrplan

So – die Gesundheitsfragen zur BU hast du jetzt beantwortet.Im Zweittermin besprechen wir in der Regel deine Tarife und stellen eine anonyme Voranfrage, sodass wir im Anschluss deine Optionen intern auswerten können. Diese gehen wir gemeinsam mit allen Vor- und Nachteilen durch, sodass du auf dieser Basis für dich die beste Entscheidung treffen kannst.

Bevor wir aber bei Versicherern anfragen, besprechen wir zuerst deine Angaben und deine Patientenakte. Denn es ist unglaublich wichtig, die Daten sauber aufzuarbeiten und deine Angaben und ärztlichen Atteste für die BU gründlich zu überprüfen. Am besten geht das zusammen mit einem erfahrenen Berater, denn dieser schaut mir sorgfältigem und geschultem Auge mit dir gemeinsam rein.

Dieser Prozess mag zeitintensiv sein, aber der Aufwand lohnt sich. Deine Existenz sollte nämlich in jedem Fall abgesichert sein – nicht umsonst ist die BU eine der wichtigsten Versicherungen. Wenn du sie schon machst, dann willst du natürlich, dass sie im Falle der Fälle auch leistet und dir den Betrag ausbezahlt.

Eine der häufigsten Gründe für Nicht-Leistung der BU-Versicherer sind falsche Angaben in den Gesundheitsfragen – Stichwort Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht. Daher ist eine saubere Arbeit so entscheidend für deinen Versicherungsschutz.

Atteste BU - Ursachen für Nichtzahlung

Wir beobachten in der Praxis zwei Dinge, die immer wieder vorkommen und gefährlich für deinen Versicherungsschutz sind:

  1. Kunden geben bei den Gesundheitsfragen oft falsche Einschätzungen an oder vergessen ab und an Arzt-Besuche der letzten fünf Jahre. Auch eine Atemwegsinfektion muss angegeben werden, um die vorvertragliche Anzeigepflicht nicht zu verletzten
  2. Die Patientenakte wird nicht geprüft. Man vergisst oft wann und warum man beim Arzt war. Darüber hinaus weiß man nicht genau, welche Diagnose der Arzt oder die Ärztin abgerechnet hat. Diese können wiederum kritisch in der Leistung gesehen werden.

Denn: Wirst du innerhalb der ersten 10 Jahre nach Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung tatsächlich berufsunfähig, hat die Versicherung ein Recht darauf, deine Patientenakte anzufordern und diese mit deinen Angaben abzugleichen.

Wann auch Atteste nicht mehr helfen – kritische Krankheiten

Es gibt einige Erkrankungen, die leider ziemlich sicher zur Ablehnung bei einer BU führen. Ganz vorne stehen dabei Erkrankungen der Psyche. Versicherer gehen gar nicht erst das Risiko ein, wenn bereits eine Erkrankung der Psyche vorliegt. Meistens reichen aber auch schon ein paar Therapiesitzungen, damit deine Psychevon Versicherern als kritisch für eine BU eingestuft wird. Das hat auch einen Grund: Erkrankungen der Psyche sind der häufigste Grund dafür, berufsunfähig zu werden. Auch wenn die Sitzungen nur präventiv waren – so weit sind die Risiko-mathematischen Modelle der Versicherer leider noch nicht.

Neben der Psyche gibt es noch weitere, häufig vorkommende Ursachen für Berufsunfähigkeit:

Ursachen Berufsunfähigkeit

So gibt es auch weitere Krankheiten, die ziemlich sicher zur Ablehnung führen. Wie z.B. HIV, Multiple Sklerose oder Rheuma. Menschen mit solchen Krankheiten erhalten keine BU mehr. Weitere Krankheiten, die zur Ablehnung führen, sind z.B.:

  • Morbus Crohn (chronische Darmentzündung)

  • Krebserkrankungen

  • Depressionen

  • Muskelschwund

  • Diabetes

  • Bluterkrankheit

  • Bypass-Operation

  • Herzinfarkt

  • Epilepsie

etc.

Wie du mit Attesten eine BU ohne Ausschlüsse kommst

Es kann vorkommen, dass das Ergebnis einer anonymen Voranfrage eine BU mit Risikozuschlag, mit Ausschluss, mit Risikozuschlag UND Ausschluss oder dem Worst Case – eine Ablehnung – ist.Kommt es zum Worst Case, dann keine Sorge! Es gibt nämlich einige Alternativen zur BU, also bist du nicht aufgeschmissen. Mehr Infos zu den Alternativen findest du hier.

Wir streben für unsere Kunden in unserem BU-Prozess stetseine Annahme unter normalen Bedingungen an. Brauchst du dafür eine saubere oder leere Patientenakte? Nein, gewiss nicht. Eine Patientenakte ohne einen einzigen Eintrag ist unrealistisch. Was viel wichtiger ist, ist den Versicherern zu beweisen, dass du beschwerdefrei bist- und zwar mit Attesten für die BU.

Was ist mit Attesten gemeint: Atteste sind von deinem Arzt erstellte Bescheinigungen zu deinem Gesundheitszustand. Wie genau sehen solche ärztlichen Atteste aus?

1. Atteste BU: Ärztliches Attest zur Bescheinigung der Beschwerdefreiheit

Um Beschwerdefreiheit nachzuweisen, musst du deinen Arzt bitten, dir das in einem Attest zu bescheinigen. Vor allem nach einer OP oder Physiotherapie ist das sehr wichtig, um einen Ausschluss zu vermeiden. Aber auch bei eher frischen Erkrankungen/ Behandlungen/ Diagnosen sind diese Atteste sehr wichtig für die BU. Damit dein Arzt dir das auch richtig im Attest bescheinigt, kann er sich an folgende W-Fragen orientieren und diese beantworten:

  • Wann waren die Diagnose und die Behandlung?
  • Warum gab es die Erkrankung?
  • Wie wurde behandelt?
  • Wann war die Erkrankung / Diagnose wieder ausgeheilt und alles in Ordnung?

Wir zeigen dir aber auch Beispiele für Atteste aus der Praxis, welche du deinem Arzt als Inspiration vorlegen kannst. Bei früheren Leiden am Rücken muss häufig ein Arzt die Beschwerdefreiheit bescheinigen:

Atteste BU Rücken

Atteste BU Rücken

Atteste BU Rücken

2. Atteste BU: Mit Attesten nachträglich Einträge korrigieren lassen (falsche Abrechnung)

Manchmal kann es aber auch passieren, dass in deiner Akte Diagnosen abgerechnet wurden, von denen du selber nichts wusstest. Z.B. Frauenärzte rechnen in manchen Fällen fälschlich Erkrankungen der Psyche bei der Krankenkasse ab. Wirst du mit diesem Eintrag abgelehnt? Nein, du kannst das ganz einfach nachträglich korrigieren lassen – von deinem Arzt. So muss die falsch abgerechnete Erkrankung nicht mehr angegeben werden und wird auch nicht mehr als kritisch für die BU angesehen. Auch für diesen Fall zeigen wir dir Beispiele aus der Praxis. Häufig handelt es sich dabei um falsch abgerechnete Erkrankungen der Psyche:

Atteste BU Psyche Korrektur

Atteste BU Psyche Falschabrechnung

Ausschluss der Psyche Attest

Bei einem anderen Kunden wurde fälschlicherweise eine chronische Mittelohr-Entzündung festgestellt. Die Korrektur des Arztes erfolgte aber problemlos:

Chronische Erkrankung Korrektur

Häufige Vorerkrankungen

Wir wollen hier auch unsere Erfahrungen aus der Praxis teilen, damit du auch einen Eindruck davon bekommst, welche Krankheiten für eine BU kritisch sind. Uns ist aufgefallen, dass einige Krankheiten häufig unter unseren Kunden vorkommen. Auf diese Krankheiten wollen wir kurz eingehen.

Erkrankungen der Psyche führen zu 100% zur Ablehnung, das ist dir bestimmt bereits bekannt. Ausnahme können Trauerfälle darstellen.

Aber auch die Wirbelsäule ist sehr kritisch bei einer BU, vor allem wenn du einen sitzenden Beruf ausübst oder überwiegend im Büro arbeitest. Wichtig ist, dass du dich nicht in einer laufenden Physiotherapie befindest. Hier bekommt man in den Regel überall eine Ablehnung. Die Behandlung muss abgeschlossen sein.

Eine häufige Vorerkranung, vor allem bei Frauen, ist bspw. Hallux oder Spreizfuß. Diese sind in der Regel unbedenklich, wenn sie keine Beschwerden verursachen. Dennoch können sie in Kombination mit anderen Krankheiten auch Ausschlüsse ergeben.

Ein weiteres Thema, dass bei Frauen leider häufiger vorkommt: Krampfadern, die oft ganz einfach kosmetisch entfernt werden – sollte ja nicht so kritisch sein, oder? Leider doch, denn mit dem Eingriff geht ein erhöhtes Risiko auf Thrombose einher. Je nachdem welche weiteren Vorerkrankungen bestehen, kann dies zu Ausschlüssen oder Zuschlägen führen. Außer man hat ein gutes Attest.

Das sollte dich aber nicht entmutigen. Denn 1. jeder Fall ist individuell und 2. jede Versicherung hat eigene Richtlinien für die Annahme. Deshalb ist eine anonyme Risikovoranfrage so wichtig und vorteilhaft, denn so sehen wir, wie dich verschiedene Versicherer auch versichern würden – ohne, dass sie wissen, welcher Kunde genau vor Ihnen steht.

Diagnosen deines Arztes zeigen sich in deiner Patientenakte – damit sollte man nicht leichtsinnig umgehen

Für die BU ist es wichtig, dass du drei bis fünf Jahre beschwerde- & behandlungsfrei bist. Falls du dich krank schreiben lassen willst, weil du z.B. nicht genug gelernt hast für deine Prüfung oder sonstiges, dann überleg dir gut, was du dem Arzt erzählst. Solche spontanen Besuche beim Arzt sind doch auch häufig der Grund für fälschlich abgerechnete Diagnosen. Denn so kann es mal passieren, dass der Arzt ein psychisches Leiden abrechnet und du diesen Eintrag in der Akte hast. Wie du gesehen hast, kannst du das nachträglich durch Atteste und Bescheinigungen vom Arzt korrigieren lassen. Was du natürlich auch tun kannst, ist einfach vorsorglich früh eine BU abzuschließen, dann bist du immer auf der sicheren Seite.

Schon gewusst?: Du kannst auch als Schüler eine BU abschließen? Das lohnt sich, weil die BU in dem Alter sehr günstig ist, weil man in dem Alter relativ gesund ist. Viele Versicherer bieten Schüler-BUs an – lass dich gerne dazu bei uns beraten.

Fazit: Mit Attesten für die BU die besten Chancen auf vollen Schutz

In diesem zweiten Teil geht es vor allem darum zu wissen, wie du deine Chance auf eine Annahme erhöhst. Zum einen durch ärztliche Atteste, zum anderen durch praktische Tipps, an die du dich halten kannst.

Aus der Praxis können wir sagen, dass eine einzelne kritische Erkrankung relativ einfach aufzuarbeiten ist und somit nicht gleich zum Ausschluss führt. Häufen sich die Vorerkrankungen jedoch, ist es umso riskanter für die Versicherer dich ohne Aufschlag oder Ausschluss anzunehmen. Hast du z.B. Leiden am Rücken, Bluthochdruck & gleichzeitig Probleme mit deinen Füßen und Krampfadern, kann es passieren, dass dich ein Versicherer ablehnt – auch mit Attesten. In einem Vorgespräch können wir das beispielsweise besser einschätzen.

Was wir dir zum Abschluss mitgeben wollen:

1. Es lohnt sich immer, seine Patientenakte zu checken.

2. Die wenigsten Probleme hast du, wenn du deine BU früh und gesund abschließt.

3. Jede BU ist individuell, also wenn du dir unsicher bei diesem Thema bist, dann wende dich immer an einen Berater – es ist kostenfrei.

Wir beraten dich individuell & unabhängig zu deiner BU-Versicherung und gehen gemeinsam mit dir durch den Prozess, sodass du den besten Schutz bekommst. Mach gerne hier einen Termin aus – wir freuen uns dich persönlich kennenzulernen!

 

Fazit

In Teil I sind wir darauf eingegangen, wie du deine Gesundheitsfragen fehlerfrei beantwortest und worauf du achten kannst, damit du im Falle der Fälle auch einen Anspruch auf deine BU-Versicherung hast. In diesem Teil hast du hoffentlich gelernt, wie du deine Patientenakte aufarbeitest, wann du Atteste benötigst und einen Ausschluss bei der BU vermeidest. Falls du Fragen hast oder dich an einen Berater dafür wenden möchtest – mache einen kostenlosen Beratungstermin bei uns aus!

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